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"Seetroën": Diese Brille von Citroën soll Reiseübelkeit ein Ende setzen

Brille "Seetroën"
Die Brille "Seetroën" soll sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen gegen Reiseübelkeit helfen. © BETC / Citroën

Citroën bringt Brille gegen Reiseübelkeit auf den Markt

Vor allem Eltern, die mit ihren Kindern lange Autofahrten in den Urlaub machen, kennen es oft nur zu gut: Dem Kind wird schlecht, die Fahrt muss unterbrochen werden und hin und wieder findet auch der Reiseproviant im Bauch den Weg wieder nach draußen. Aber auch viele Erwachsene leiden unter den unangenehmen Symptomen, die häufig entstehen, wenn man im Auto liest. Citroën will da nun Abhilfe schaffen und bringt eine Brille gegen die sogenannte Reiseübelkeit auf den Markt.

So soll die "Seetroën"-Brille das Reisen wieder schöner machen

Für die Entwicklung dieser ganz schön spacig anmutenden Brille hat sich der französische Autohersteller die Agentur Traction und das Pariser Studio 5.5 ins Boot geholt. Mit dem sogenannten "Boarding Ring" kam hier eine patentierte Technologie zum Einsatz: Die Ringe der Brille haben hohle Ränder, die knapp bis zur Hälfte mit einer blauen Flüssigkeit gefüllt sind. Außerdem hat die Brille nicht nur zwei, sondern gleich vier Ringe – zwei zum Durchschauen und jeweils eines seitlich der Augen. Was diese kurios anmutende Konstruktion bringen soll? Mit ihr wird ein künstlicher Horizont erzeugt, der den Konflikt der Sinnesorgane auflöst, durch den die Symptome der Reiseübelkeit entstehen. Wenn sich der Kopf des Reisenden bei der Autofahrt bewegt, gaukelt dieser Flüssigkeitsspiegel dem Gehirn eine ruhende Umgebung vor, weil er immer in der Waage bleibt.

Alleine in Europa leiden etwa 30 Millionen Menschen an Reisekrankheit, der sogenannten Kinetose. Diese ergibt sich aus zwei oder mehr sich widersprechenden Meldungen unserer Sinne, erklärt Dr. med. Christoph Specht, Arzt für Präventionsmedizin. Die Augen melden, dass etwas gerade ist, während die Bogengänge unseres Gleichgewichtsorgans etwas schief wahrnehmen, eine Kurve melden oder dass wir uns nach oben oder unten bewegen. "Alle Meldungen kommen im Hirn an, das nun überfordert ist, weil es die Signale überein bringen möchte. Das klappt aber nicht, weil sie ja widersprüchlich sind", so Dr. Specht. Die Symptome reichen von Übelkeit und Kopfschmerzen bis hin zu Schwindel, oft müssen Betroffene sich auch übergeben.

"Seetroën"-Brille soll Erfolgsquote von 95 Prozent haben

Die "Seetroën"-Brille soll sowohl bei Auto- und Busfahrten als auch bei Flug- und Schiffsreisen funktionieren. Die Brille aus weißem Kunststoff sieht zwar nicht besonders cool aus, kann Reiseübelkeit aber laut Citroën in 95 Prozent der Fälle verhindern. Sie soll aufgesetzt werden, sobald die ersten Symptome beginnen und nach etwa zehn Minuten dem Gehirn möglich machen, die Bewegungen von außen und die Wahrnehmung der Augen miteinander zu synchronisieren. Danach kann die Brille wieder abgenommen werden. Sie hat keine Gläser und lässt sich deshalb auch über einer normalen Brille tragen.

Ähnliche Brillen, die mit einem Wasserstand in den Gläsern einen künstlichen Horizont entstehen lassen sollen, sind bereits in der Vergangenheit entwickelt worden, erklärt Dr. Specht. Er hält das Konzept für nicht abwegig, weist aber darauf hin, dass bei der Vermeidung von Kinetosen auch der Plazebo-Effekt eine große Rolle spielt. Wie viel Anteil das bloße Tragen einer solchen Brille - mit der Überzeugung, dass diese hilft - schließlich auf die Wirksamkeit hat, müsste daher noch getestet werden. Unabhängige wissenschaftliche Studien zum Erfolg einer solchen Brille sind dem Mediziner bisher nicht bekannt.

Die Brille kostet 99 Euro und ist über den Autohersteller erhältlich. Natürlich ist die "Seetroën"-Brille in erster Linie ein geschickter Marketing-Schachzug – wenn er Reisenden die Autofahrt aber wirklich wieder schöner machen kann, dann mal ein durchaus sinnvoller.

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