2018 M05 4 - 13:18 Uhr

Bewegung als Trauerbewältigung

Mord. Diese vier Buchstaben veränderten Katy Bibers Leben für immer. Ihre kleine Schwester Larissa wurde von ihrem Freund erwürgt. Ein Schicksalsschlag, den die heute 33-Jährige aus Innsbruck kaum verkraften konnte. Ihr Körper drohte aufzugeben. Doch dann entwickelte die tapfere junge Frau eine ganz eigene Form von Trauerbewältigung: Den Seelensport.

"Jeder Trauernde hat einen riesigen Topf von Gefühlen und jedes davon soll in Bewegung ausgedrückt werden dürfen."

Nach dem grausamen Tod ihrer Schwester war Katy vollkommen am Ende. Sie musste überleben, irgendwie weitermachen. Doch wie genau sollte das gehen? Die Trauer lähmte sie, strapazierte ihren Körper bis aufs Äußerste. Wie alarmierend Katys Zustand war und was genau mit ihrer Schwester passierte, erzählt sie uns im Video.

Ausgerechnet ihre verstorbene Schwester Larissa brachte sie auf die rettende Idee. Katy begann Sport zu machen. Das erstaunliche: Katy Körper und Seele schienen dadurch endlich wieder zu heilen. Sie entwickelte eigene Übungen, Mischungen aus Yoga und Boxen. Der Seelensport war geboren, eine ganz eigene Sportart für Trauernde.

In ihrer Heimatstadt Innsbruck gibt Katy den Seelensport in unzähligen Kursen, Workshops und Vorträgen weiter. Damit möchte sie auf das gesellschaftliche Tabuthema der Trauer aufmerksam machen. "Jeder Trauernde hat einen riesigen Topf von Gefühlen und jedes davon soll in Bewegung ausgedrückt werden dürfen", erklärt sie. Der Seelensport und die Arbeit mit Gleichgesinnten haben Katy wieder zurück ins Leben geholt. "Ich habe für mich einen Sinn gefunden", freut sich die Österreicherin. "Und was mir noch mehr hilft ist, dass ich Larissas Lebensphilosophie weitergeben kann."