Seehofer fordert Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr

05. Januar 2016 - 10:39 Uhr

Bayrischer Ministerpräsident geht erneut auf Konfrontationskurs zur Kanzlerin

CSU-Chef Horst Seehofer hat eine konkrete Obergrenze von maximal 200.000 Flüchtlingen pro Jahr gefordert. "Diese Zahl ist verkraftbar, und da funktioniert auch die Integration. Alles was darüber hinaus geht, halte ich für zu viel", sagte der bayerische Ministerpräsident der 'Bild am Sonntag'. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt eine solche nationale Obergrenze strikt ab. SPD-Generalsekretärin Katarina Barley forderte CDU und CSU zu einer Klärung ihrer Position auf. "Angela Merkel und Horst Seehofer müssen innerhalb der Union zu einer Einigung kommen. Ihr Streit verunsichert die Menschen."

Seehofer fordert Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr
Horst Seehofer vertritt in der Flüchtlingsfrage eine andere Position als Angela Merkel.
© dpa, Marc Müller

Merkel kommt an diesem Mittwoch auch zur Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten in Wildbad Kreuth. Die CSU fordert seit Monaten eine Obergrenze, hatte bisher aber keine Größenordnung genannt. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben Bayerns mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter kritisierte Seehofers Vorstoß als "skrupellos und schäbig". Eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen widerspreche allen moralischen und rechtlichen Grundsätzen der Grundordnung Deutschlands und sei rein populistisch motiviert.