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Frankfurter Anwältin kritisiert Innenminister und Polizei

Seda Basay-Yildiz erhält weiteren Drohbrief von "NSU 2.0"

Anwältin Basay-Yildiz hat bereits ein Dutzend Drohschreiben erhalten.
Anwältin Basay-Yildiz hat bereits ein Dutzend Drohschreiben erhalten.
© dpa, Boris Roessler, brx rho ade kno jai rho hjb

05. März 2021 - 13:45 Uhr

Drohschreiben des "NSU 2.0" trifft Mitte Februar bei Basay-Yildiz ein

Die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz hat ein weiteres rechtsextremes Drohschreiben erhalten. Das Schreiben mit Morddrohungen sei eingetroffen, nachdem Mitte Februar bekannt gegeben wurde, dass sie den Ludwig-Beck-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für besondere Zivilcourage erhalten werde, sagte Basay-Yildiz der FAZ. Es sei ebenfalls mit "NSU 2.0" unterzeichnet gewesen.

Kritik an Peter Beuth und Roland Ullmann

Hessens Innenminister Peter Beuth
"Der hessische Innenminister will keine Verantwortung übernehmen", kritisiert Basay-Yildiz.
© dpa, Boris Roessler, brx nwi jai rho

Inzwischen habe sie mehr als ein Dutzend "NSU-2.0"-Drohschreiben erhalten. Andere bekannte Frauen wie Linken-Chefin Janine Wissler und Kabarettistin Idil Baydar bekamen ebenfalls derartige Schreiben. Im Fall der Anwältin waren ihre persönlichen Daten von einem Computer im 1. Polizeirevier in Frankfurt abgerufen worden. Bei Facebook zitierte die Anwältin aus einem Schreiben des Landespolizeipräsidenten Roland Ullmann, wonach es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass die rechtswidrige Datenabfrage in Ausübung eines öffentlichen Amts erfolgt sei.

Anwältin Seda Basay-Yildiz: "Meine Familie ist zum Abschuss freigegeben"

Die Anwältin kritisiert Ullmann und Innenminister Peter Beuth scharf. Die Abfrage sei durch hessische Beamte während der Dienstzeit von einem Dienstcomputer erfolgt. "Meine Familie ist zum Abschuss freigegeben und der hessische Innenminister will keine Verantwortung übernehmen", wird sie in der Zeitung zitiert. Die Behörden gingen katastrophal vor, der Fall solle klein gehalten werden. Es geht dem Bericht zufolge auch um die Erstattung der Kosten von Sicherungsmaßnahmen, zu denen das Landeskriminalamt (LKA) geraten habe. Das Innenministerium habe dies abgelehnt.

Bei Drohschreiben an Linken-Chefin Janine Wissler: Verfasser setzt Landeskriminalamt in CC

Auch die Linken-Politikerin Janine Wissler bekommt weiter regelmäßig Drohmails, die mit "NSU 2.0" unterschrieben sind. Ein Schreiben erreichte sie in der Woche vor ihrer Wahl zur Bundesvorsitzenden ihrer Partei vergangenen Samstag. Der Unbekannte war sich beim Versenden der Nachrichten offenbar sicher, nicht erkannt zu werden. So adressierte er nach RTL-Informationen die Schreiben nicht nur an Wisslers Postfach, sondern nahm gleich die E-Mail-Adressen mehrere Dienststellen des Landeskriminalamtes mit in CC.

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