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Sebastian Vettel zwischen Frust und Lust: "Beim Re-Start habe ich ins Lenkrad gebissen"

Sebastian Vettel zwischen Frust und Lust: "Beim Re-Start habe ich ins Lenkrad gebissen"

SPA, BELGIUM - AUGUST 27: Race winner Lewis Hamilton of Great Britain and Mercedes GP and second place Sebastian Vettel of Germany and Ferrari celebrate on the podium during the Formula One Grand Prix of Belgium at Circuit de Spa-Francorchamps on Aug
Zufrieden und auch irgendwie nicht: Sebastian Vettel zieht ein zweigeteiltes Fazit
wt, Getty Images, Bongarts

Packende Überholmanöver, völlig verrückte Force-India-Attacken, eine Safety-Car-Phase und ein spannendes Duell zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton, bei dem der Ferrari-Star am Ende am liebsten "ins Lenkrad gebissen" hätte: Der Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps hatte eine Menge zu bieten – inklusive reichlich Redebedarf für alle Beteiligten. Die Stimmen zum Rennen:

Vettel: Ärger über verpasste Chance, aber irgendwie doch zufrieden

Lewis Hamilton (Mercedes/Sieger): Vielen Dank für die Unterstützung. Es war ein starkes Wochenende für mich und das Team. Sebastian hat ein gutes Finale gezeigt. Ich war 1996 hier mit meinem Vater und habe davon geträumt, hier zu stehen. Mein Traum wurde wahr, es ist unglaublich.

Sebastian Vettel (Ferrari/Platz 2): Es hat Riesen-Spaß gemacht. Jede Runde habe ich drauf gewartet, dass Lewis mal einen Fehler macht. Ich bin aber nicht ganz zufrieden. Gerade nach dem Re-Start habe ich ins Lenkrad gebissen. Da hätte ich ein bisschen besser agieren können. Als ich aus dem Windschatten herauskam, hatte ich ein bisschen Überschuss, aber da fehlt uns hinten raus ein bisschen die Leistung, um die Nase vorn zu haben. Trotzdem glaube ich, dass es sehr, sehr viel Gutes gibt. Wenn wir Silverstone mit hier vergleichen ist das wie Tag und Nacht. Im zweiten Sektor waren wir schneller, auf den Geraden hat uns ein bisschen was gefehlt. Alles in allem ist es ein sehr gutes Wochenende gewesen. Es hat Spaß gemacht. Ich freue mich auf Italien.

Ocon: "Wir riskieren da unser Leben für gar nichts"

Esteban Ocon (Force India/Platz 9): Es ist ärgerlich, wie viele Punkte wir heute verloren haben. Es war nicht das, was wir uns erhofft haben. Es ist absolut inakzeptabel. Wir riskieren da unser Leben für gar nichts. Die erste Aktion mit Sergio Perez kann ich noch nachvollziehen – vielleicht hat er mich nicht gesehen. Aber dann die zweite Aktion ist einfach zu viel: Er drückt mich bei 300 km/h in die Wand – ich verstehe es einfach nicht. Ich werde mit Sergio sprechen müssen.

Sergio Perez (Force India/ausgeschieden): Ich glaube, wir müssen uns die Situation nochmal anschauen, bevor wir da was zu sagen. Bei der ersten Aktion war es mein Fehler. Da war ich nur mit 50 Prozent Power unterwegs und bin nach rechts ausgewichen – Esteban hatte ich da überhaupt nicht gesehen. Das war absolut mein Fehler. Das war keine Absicht. Beim zweiten Mal war Esteban einfach zu optimistisch, glaube ich. Da hat er zu viel versucht. Da war einfach kein Platz für ihn.

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Hülkenberg: "Musste ordentlich für mein Geld arbeiten"

Nico Hülkenberg (Renault/Platz 6): Im Mittelteil war ich eine Weile alleine, aber am Anfang und Ende musste ich schon ordentlich für mein Geld arbeiten. Ich hatte einen richtig üblen, schlechten Start. Irgendwas war mit der Kupplung nicht in Ordnung. Danach habe ich dann noch ein paar Fahrer überholt. Wir sind leider brutal langsam auf den Geraden. Da fehlt es uns an allen Ecken und Kanten. Glücklicherweise konnte ich es am Ende retten. Die Aktion mit Alonso und Ocon war haarscharf. In Monza kommt es mehr auf Top-Speed und Leistung an – das wird schwierig.

Pascal Wehrlein (Sauber/ausgeschieden): Irgendwas ist in der Einführungsrunde gebrochen. Wir wissen noch nicht genau, ob es die Aufhängung ist oder der Stabilisator. Ich konnte auf jeden Fall nicht mehr weiterfahren. Als Fahrer möchte man immer fahren. Es ist sehr ärgerlich, wenn das Rennen vorbei ist, bevor es richtig angefangen hat.

Daniel Ricciardo (Red Bull/Platz 3): Es tut mir leid für die holländischen Fans, dass Max so früh raus ist. Mitten im Rennen lief es für mich sehr gut. Die Chance beim Re-Start habe ich dann genutzt.

Valtteri Bottas (Mercedes/Platz 4): Es ist enttäuschend, dass nach einem Rennen, wo man ununterbrochen auf Platz 3 war, am Ende Fünfter wird. Die Geschwindigkeit mit dem Soft war super, das ist enttäuschend. Nach dem Re-Start habe ich die Reifen nicht richtig auf Temperatur bekommen. Anschließend bin ich ein paar Runden wie auf Eis gefahren.