Nur einer kriegt eine 1

Das Saison-Zeugnis der Formel-1-Stars

© RTL Interactive

6. Dezember 2019 - 16:46 Uhr

RTL-Experte Danner benotet Hamilton, Vettel und Co.

Nach dem Feuerwerk von Abu Dhabi schweigen die Motoren. Bis zum Start der ersten Testfahrten im Februar 2020 hält die Formel 1 Winterschlaf. Zeit, die Leistungen der Fahrer in der abgelaufenen Saison zu bewerten. Für Lewis Hamilton, Sebastian Vettel, Max Verstappen und Co. ist Zeugnistag. Die Noten verteilt RTL-Experte Christian Danner.

Von Hamilton bis Vettel - die Top 5

Lewis Hamilton (Mercedes, Weltmeister)

Elf Siege, 87 Punkte Vorsprung, sechster WM-Titel: Lewis Hamilton bleibt der König der Formel 1. Der Brite lässt einfach nicht nach, nur noch ein Titel und er zieht mit Rekord-Champion Michael Schumacher gleich.

"An ihm kann man einfach nichts aussetzen, sondern nur eine Lobeshymne singen. In den entscheidenden Momenten war er da und unter Druck fehlerfrei. In Abu Dahbi hat Lewis dann zum Schluss noch mal allen gezeigt, wer das Sagen hat", bilanziert RTL-Experte Danner.

​Note 1

Valtteri Bottas (Mercedes, Vize-Weltmeister)

"Auf der einen Seite hat er wahnsinnig an seinem Speed gearbeitet und den auch unter Beweis gestellt", lobt Danner den Finnen. "Andererseits hat er zu viele Fehler gemacht, die eine 1 unmöglich machen. Wie er diese Fehler weggesteckt und einfach weitergemacht hat, war allerdings immer wieder beeindruckend. Genau wie sein Speed."

Note 2

Max Verstappen (Red Bull, WM-Dritter)

Zur Bestnote reicht es für Max Verstappen im Danner-Zeugnis noch nicht, "weil bei ihm doch zu viele Kleinigkeiten in Form von Unfällen und Karambolagen drin waren. Kurzum: Es war ein bisschen zu viel Crash dabei", urteilt Danner. Der frühere Formel-1-Pilot sah beim Holländer "aber auch viel Weltklasse. Wie er mit Motorproblemen umgegangen ist oder beim Reifenmanagment geglänzt hat. Verstappen hat viele brillante Rennen gezeigt."

Note 2

Charles Leclerc (Ferrari, WM-Vierter)

Mehr Punkte, mehr Siege, mehr Poles: In seinem ersten Jahr bei der Scuderia stach der junge Monegasse den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel direkt aus. "Vor dem Hintergrund seiner Jugend und seiner mangelnden Erfahrung ist Leclerc ziemlich kometenhaft in die Weltspitze aufgestiegen. Dass es teilweise noch holprig war, etwa im Duell mit Vettel und auch in der Teampolitik, war irgendwie absehbar", findet Danner. "Aber: Er hat sich in der absoluten Spitze etabliert."

Note: 2

Sebastian Vettel (Ferrari, WM-Fünfter)

Der Traum vom fünften WM-Titel im fünften Ferrari-Jahr war für Sebastian Vettel schon früh ausgeträumt. Der 32-Jährige kam mit seinem SF90 zunächst überhaupt nicht klar. "Seine Leistung ist daher schwer zu bewerten", gibt Danner zu bedenken: "Am Anfang hatte er extreme Probleme mit dem Auto, das überhaupt nicht zu seinem Fahrstil passte. Ein Riesenlob aber, wie er sich nach der Sommerpause aus der psychischen Umklammerung - der ganzen Kritik an ihm und den Druck durch Leclerc - gelöst hat, und zum alten Speed zurückgefunden hat."

Insgesamt habe der Deutsche aber "zu viele Fehler gemacht", urteilt Danner. Für 2020 ist der Motorsport-Fachmann aber "sehr optimistisch". Vettel habe ganz genau verstanden, was verändert werden müsse. "Wenn er nächste Saison bekommt, was er braucht, muss sich Leclerc ganz warm anziehen."

Note 3

Die Renault-Piloten

Renault hinkte seinen eigenen Ansprüchen auch 2019 wieder deutlich hinterher. Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg hatten mit einem "völlig unvorhersehbaren Auto" zu kämpfen, so Danner. "Da wusste man nie, was es im nächsten Moment jetzt macht. Bricht's aus, untersteuert es, übersteuert es - das ist für einen Fahrer natürlich furchtbar."

So gesehen, hätten beide Fahrer einen ordentlichen Job gemacht, findet der 36-malige Grand-Prix-Starter. "Im Qualifying hat Ricciardo den Nico doch ziemlich abmontiert. Im Rennen waren beide dann meist gleichwertig."

Note 3

Die 'Jung-Bullen'

Pierre Gasly und Alexander Albon tauschten in der Sommerpause die Cockpits. Albon wurde zu Bed Bull befördert, Gasly ins Juniorteam Toro Rosso zurückversetzt. "Albon wurde in der zweiten Hälfte natürlich ins kalte Wasser geworfen und hat sich in einem sehr schwierigen Umfeld bei Red Bull gut zurechtgefunden. Aber auch Gasly hat sich nach einer katastrophalen ersten Saisonhälfte bei Red Bull im Toro Rosso wieder voll rehabilitiert, was alles andere als einfach ist", lobt Danner die jungen Piloten.

Note: 3 

Die Rookies

McLaren-Youngster Lando Norris machte in seiner ersten Saison ordentlich Dampf, hielt gut mit seinem bärenstarken Stallkollegen Carlos Sainz mit. "Wenn man sich in einem Mittelfeld-Auto, wo man permament Gegner um sich herum hat, die einem an die Wäsche wollen, so durchsetzt wie Norris, ist das schon beeindruckend. Das hat mir wahnsinnig gefallen", lobt Danner den 20-jährigen Briten. "Er hat außerdem keine signifikanten Fehler gemacht."

Note 2

Die Leistung von Greenhorn George Russell sei dagegen wegen des total unterlegenen Williams nicht seriös zu bewerten. "Er lässt sein Talent aber immer wieder aufblitzen, wenn er, wie jetzt bei den Tests in Abu Dhabi, im Mercedes sitzt und plötzlich vorne ist", so der RTL-Experte.

Das F1-Saisonfinale verpasst? Hier den GP von Abu Dhabi anschauen

Die Michael-Schumacher-Story bei TVNOW anschauen