Sebastian Vettel fehlen Mülltonnen, Nico Rosberg die Toiletten - ungeahnte Probleme der F1-Piloten

22. Juni 2016 - 9:20 Uhr

Eigentlich hätte man meinen können, die deutschen Hoffnungsträger hätten am GP-Wochenende in Baku wenig zu meckern gehabt, doch trotz des Triumphs von Nico Rosberg und des 2. Platzes von Sebastian Vettel hatten sowohl der Mercedes-Mann als auch der Ferrari-Star beim Europa-GP ihre Probleme.

Nico Rosberg, Sergio Perez, Sebastian Vettel
Die Freude über den sportlichen Erfolg konnten die ungeahnten Probleme von Nico Rosberg und Sebastian Vettel nicht trüben.
© dpa, Valdrin Xhemaj

Das Rennen am Kaspischen Meer war gerade erst sechs Runden alt, da musste sich Sebastian Vettel ernsthafte Sorgen um seinen Ferrari machen. Der teils heftige Wind hatte eine Plastiktüte auf die Strecke geblasen, die für geraume Zeit erst in der Radaufhängung und dann an der Nase seines Boliden kleben blieb. "Gott sei Dank habe ich sie nicht ins Gesicht bekommen, sonst hätte ich nichts mehr gesehen. Aber dann hätte ich sie wenigstens wegreißen können", scherzte Vettel nach der Zieleinfahrt.

Zu diesem Zeitpunkt konnte der Scuderia-Pilot schon wieder schmunzeln, dabei hatte er Glück, dass sich der blinde Passagier von alleine aus dem Staub gemacht hatte. Denn ganz ungefährlich war der Vorfall nicht. Es habe "unheimlich viel Dreck" wie Plastikflaschen, Plastiktüten auf der Strecke gegeben, monierte Vettel: "Das kann wie in meinem Fall in die Hose gehen, es kann aber noch viel schlimmer kommen, wenn es irgendwie in die Kühlung kommt."

Weil das nicht der Fall war, konnte Vettel das Rennen ungehindert angehen, in der Folge sogar noch Daniel Ricciardo im Red Bull "recht leicht" einholen und seinem zweiten 2. Platz in Serie entgegensteuern. Obwohl es auch im achten Saisonlauf wieder nicht zum ersten Triumph gereicht hatte, durfte Vettel mit dem Grand-Prix-Wochenende zufrieden sein. Die Strecke und die Stadt seien bemerkenswert gewesen, bilanzierte Vettel, der sich einen kleinen Seitenhieb an die Veranstalter dann aber doch nicht verkneifen konnte: "Es fehlen nur die Mülltonnen."

Rosberg: "Der Abstand war dann schon verblüffend"

Ganz andere Sorgen hatte da schon Nico Rosberg. Der WM-Leader feierte zwar einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg, sah sich im Laufe des Wochenendes aber auch mit einem Alltagsproblem konfrontiert. Auf die Frage einer aserbaidschanischen Journalistin, was man an der Strecke noch verbessern könne, antwortete der Mercedes-Pilot: "Mehr Toiletten wären nett. Ich musste an diesem Wochenende viel zu oft Schlange stehen."

Dafür hatte Rosberg auf der Strecke kaum ernsthafte Schwierigkeiten, seinen fünften Erfolg in diesem Jahr einzutüten. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Lewis Hamilton bekam er die technischen Probleme an seinem Lenkrad umgehend in den Griff, danach war der Sieg des Deutschen zu keinem Zeitpunkt gefährdet. "Ich konnte einen Abstand herausfahren, um auf der sicheren Seite zu sein", sagte Rosberg: "Ich bin jetzt noch verblüfft, dass wir hier so überlegen gewesen sind. Ich weiß, dass wir auf jeder Art Rennstrecke schnell sein können, aber der Abstand war dann schon verblüffend."

Das wird auch Vettel so unterschreiben. Nach dem schwierigen Start in den Trainings-Sessions am Freitag sei er erst einmal "froh, wo wir am Schluss gelandet sind. Wir haben es einmal mehr geschafft, das Maximum aus dem Wagen zu holen", sagte der Ferrari-Pilot, dem neben dem Problem mit dem Mülltonen aber auch eine andere Sache gar nicht geschmeckt hat: "Ich bin überhaupt nicht happy, was den Abstand zu Mercedes angeht. Sie sind besser in den langsamen Kurven, sie holen mehr aus den Reifen heraus. In diesen beiden Bereichen müssen wir dringend zulegen."