Salisbury: Ehepaar mit Nowitschok vergiftet – waren es Überbleibsel vom Skripal-Anschlag?

05. Juli 2018 - 22:15 Uhr

Wurde Ehepaar vom selben Gegenstand wie Skripal vergiftet?

Die lebensbedrohliche Vergiftung eines Paares in Südengland vier Monate nach dem Anschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) geht einem Bericht zufolge womöglich auf denselben kontaminierten Gegenstand zurück.

Ermittler halten Kreuzkontamination für möglich

Das im Fall Skripal verwendete Behältnis für den Kampfstoff Nowitschok könnte ungewollt auch die nun erkrankten Briten in Lebensgefahr gebracht haben, berichtete die Nachrichtenagentur Press Association. Statt eines zweiten Anschlags prüfen die Ermittler demnach auch den Verdacht einer solchen Kreuzkontamination.

Giftbehälter vom Skripal-Anschlag nie gefunden

Skripal
Skripal und Tochter Julia: Im März mit Nowitschok vergiftet (Archivbild)

Wie erst am Mittwochabend bekannt wurde, waren zwei am Wochenende in Südengland kollabierte Briten ebenfalls durch Nowitschok vergiftet worden. Das in Lebensgefahr schwebende Paar liegt in derselben Klinik der Stadt Salisbury, in der schon Skripal und seine Tochter behandelt wurden. Der vor dem Anschlag auf die Skripals verwendete Behälter zur Aufbewahrung des Nervengifts sei bis heute nicht gefunden worden, berichtete PA unter Verweis auf die Regierungsquelle. Denkbar sei deshalb, dass das Paar mit demselben Gegenstand in Berührung kam - ohne bis dahin selbst etwas mit dem Kriminalfall Skripal zu tun gehabt zu haben.

Der britische Sicherheitsstaatssekretär Ben Wallace sagte dem Sender BBC, dass es sich vermutlich nicht um einen gezielten Anschlag handelt.