Scotland Yard bestätigt: Ehepaar aus Salisbury mit Nowitschok vergiftet

04. Juli 2018 - 23:52 Uhr

Polizei sprach schon am Morgen von einem "größerem Vorfall"

Das im südenglischen Salisbury lebensbedrohlich erkrankte Paar ist mit dem Kampfstoff Nowitschok in Kontakt gekommen. Mann und Frau  befinden sich in einem "kritischem Zustand" und werden im Krankenhaus behandelt. Die Polizei in der südwestlichen Grafschaft Wiltshire sprach am Morgen von einem "größeren Vorfall". Zu diesem Zeitpunkt war die Ursache der Erkrankung noch nicht bestätigt. Einige Bereiche in Salisbury sowie in der Stadt Amesbury rund 13 Kilometer weiter nördlich wurden vorsichtshalber abgesperrt.

Gesundheitsbehörde sah keine "bedeutende Gesundheitsgefährdung"

Zunächst war vom Kontakt mit einer "unbekannten Substanz" berichtet worden. Es sei nicht klar, ob die betroffenen Opfer eines Verbrechens geworden seien, hieß es. Die Gesundheitsbehörde ging nach eigenen Angaben nicht von einer "bedeutenden Gesundheitsgefährdung" für die Öffentlichkeit aus. Dennoch wurde auch das Forschungslabor für Chemiewaffen im nahe gelegenen Porton Down mit in die Untersuchungen einbezogen.

Die beiden Betroffenen im Alter von etwa 40 Jahren wurden nach Angaben der Polizei bereits am Samstagabend bewusstlos in einem Wohnhaus in Amesbury gefunden. Die Beamten seien zunächst davon ausgegangen, dass die beiden möglicherweise verunreinigtes Heroin oder Crack-Kokain eingenommen haben könnten. Die Polizei habe Gegenden abgesperrt, an denen sich die beiden zuvor aufgehalten hätten.

Erinnerungen an den Fall Skripal werden wach

Sergej Skripal mit Tochter Julia
Sergej Skripal mit Tochter Julia (Archivbild)

Im März waren Teile der Innenstadt von Salisbury abgeriegelt worden, nachdem der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia dort mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden waren. Der Fall machte weltweit Schlagzeilen und löste einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen London und Moskau aus.