NRW: Schwuler Lehrer an katholischem Gymnasium unerwünscht – weil er heiraten will!

26. September 2018 - 12:23 Uhr

Einstellung des Lehrers war eigentlich beschlossene Sache

Es fehlte nur noch die Unterschrift, doch jetzt ist der Vertrag null und nichtig: Das katholische Privatgymnasium Mariengarden in Borken hat die Einstellung eines Englisch- und Biologielehrers gestoppt. Der Grund: Er hatte angekündigt, seinen Partner heiraten zu wollen. Die Schüler reagieren mit Protest.

Persönliche Lebenseinstellung unpassend für katholische Kirche

Der Mann hatte gerade erst sein Referendariat an der Schule erfolgreich beendet, die Anstellung war so gut wie sicher. Doch dann erzählte er von seinen Hochzeitsplänen. "Wir haben daraufhin schweren Herzens vom Vertragsangebot Abstand genommen. Die persönliche Lebenseinstellung des Lehrers stimmt nicht mit den Vorstellungen der katholischen Kirche von Ehe und Familie überein", so Pater Christoph Heinemann im "Spiegel". Er ist Sprecher des Oblatenordens in Mainz, der das Gymnasium Mariengarden betreibt.

Schüler sind über die Entscheidung entsetzt

Laut Heinemann wäre die Homosexualität des Referendars an sich nicht das Problem gewesen. "Wir wollten ihn von Seiten der Schule gerne halten". Der Pater sieht selbst Änderungsbedarf in den strengen Regeln der Kirche und unterstützt nach eigener Aussage die Diskussionen, die jetzt an der Schule aufgebrandet sind. "Seit einer Woche ist die Kündigung das Top-Gesprächsthema", sagt die Schülersprecherin Lara Doods. Im Video schildern sie und Schulleiter Michael Brands, wie sie den Vorfall erlebt haben. Die 17-Jährige und viele andere sind über die Entscheidung entsetzt, wollen nun mit bunten Oberteilen und Luftballons ein Zeichen dagegen setzen und auch in den sozialen Medien mit dem Hashtag #mariengardenistbunt Stellung beziehen.

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Lehrer arbeitet inzwischen woanders

Bei einem Schulfest, dessen Motto ausgerechnet "Sag Ja zu Mariengarden" lautete, betonten Pater Heinemann und seine Kollegen, "dass Schülerinnen und Schüler, die selbst schwul oder lesbisch sind, sich keine Sorgen machen müssen." Eine Botschaft, die der nicht übernommene Lehrer wahrscheinlich kritisch sieht. Er arbeitet inzwischen an einer staatlichen Schule.