Schwester von Hanauer Anschlagsopfer: "Empfinde keinen Hass"

Trauernde auf dem Freiheitsplatz bei der Trauerfeier für die Oper des Hanauer Anschlags. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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04. März 2020 - 19:10 Uhr

Die Schwester eines der Hanauer Anschlagsopfer hat in einer emotionalen Ansprache an ihren getöteten Bruder erinnert. "Mein Bruder Hamza wurde völlig unerwartet aus der Mitte unserer Familie gerissen", sagte Ajla Kurtović am Mittwoch bei der zentralen Gedenkveranstaltung in Hanau. "Zurückgeblieben ist grenzenloser Schmerz, eine unfassbare Leere und Fassungslosigkeit." Er sei stets hilfsbereit, gut gelaunt und sozial engagiert gewesen.

Sie selbst empfinde keinen Hass, sagte sie. "Ich möchte an dieser Stelle deutlich machen, dass Hass den Täter zu seiner rassistischen
Tat getrieben hat. Damit liegen Hass und Rassismus sehr nah
beieinander. Ich will, dass wir uns alle von Hass abgrenzen." Sie wünsche sich ein Miteinander statt ein Gegeneinander.

Kurtović rief die anwesenden Politiker auf, dafür zu sorgen, dass die Tat restlos aufgeklärt wird und Lehren aus ihr gezogen würden, damit es keine Wiederholung gebe. "Das sind wir den Ermordeten schuldig." Es sei das Mindeste, was getan werden könne.

Quelle: DPA