900 Beamte im Einsatz

Schwerpunkt Rhein-Main-Gebiet: Razzia gegen Schwarzarbeit in mehreren Städten

Das Logo der deutschen Zollbehörde während einer Pressekonferenz an einer Uniform.
Das Logo der deutschen Zollbehörde während einer Pressekonferenz an einer Uniform.
© deutsche presse agentur

30. September 2020 - 10:25 Uhr

Auch bewaffnete SEK-Beamte vor Ort

In mehreren Bundesländern finden am Mittwoch Razzien gegen organisierte Kriminalität statt. Schwerpunkt der Durchsuchungen ist das Rhein-Main-Gebiet, außerdem sind die rund 900 Beamten in Hamburg, München, Lörrach und im Taunus im Einsatz. Es gehe um den Verdacht von nicht gezahltem Lohn, Steuerhinterziehung und gewerbsmäßige Beihilfe zu anderen Straftaten, teilte der Zoll in Frankfurt mit. Die Ermittlungen richteten sich gegen rund 50 Verdächtige.

Rund 100 Durchsuchungsbefehle bundesweit

Laut dem verantwortlichen Frankfurter Hauptzollamt sind auch bewaffnete Beamte des SEK vor Ort. Insgesamt soll es rund 100 Durchsuchungsbefehle geben. Nach Angaben eines Zollsprechers gibt es insgesamt sechs Festnahmen. Die Beschuldigten seien im Alter von 32 bis 48 Jahren, einer von ihnen soll etwa Rechnungen in Höhe von 30 Millionen Euro geschrieben haben. Mit diesen seien Schwarzarbeiter bezahlt worden.

Verbindungen ins Rocker-Milieu

Es wird von einer Schadensumme von rund 3,5 Millionen Euro allein bei einem der Hauptbeschuldigten ausgegangen. Zudem soll ersten Informationen zufolge ein in Frankfurt festgenommener 32-Jähriger Verbindungen ins Rocker-Milieu haben. Gegen ihn liefen auch Ermittlungen der Polizei. Der Mann wurde am Morgen mit einer Decke über dem Kopf in ein Einsatzfahrzeug gebracht und soll noch heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Teils vermummte Beamte führten ihn ab.