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Schweres Zugunglück in türkischer Hauptstadt Ankara: Neun Tote - mindestens 46 Verletzte

Schnellzug mit Lokomotive zusammengestoßen

Schweres Zugunglück in türkischer Hauptstadt Ankara: Neun Tote - mindestens 46 Verletzte

13.12.2018, Türkei, Ankara: Mehrere beschädigte und entgleiste Wagons und eine Lokomotive liegen unter den trümmern eines Bahnhofs in Ankara im Gleisbett. Gegen 6.30 Uhr Ortszeit war nahe der Station Marsandiz ein Schnellzug mit einer Lokomotive zusa
Die Aufräumarbeiten dauern an.
LP, dpa, Burhan Ozbilici

9 Tote, mehr als 46 Verletzte

In der Nähe von Ankara sind ein Schnellzug und eine Lokomotive zusammengestoßen. Der Zug ist daraufhin entgleist und gegen eine Brücke geprallt. Neun Tote und 86 Verletzte wurden bislang gezählt. Das meldeten die Behörden. Darunter sind ein Zugführer aus der Lokomotive sowie zwei Lokführer aus dem Schnellzug. Türkischen Medien zufolge wurden nun drei Bahnmitarbeiter festgenommen.

So erlebte eine Zug-Passagierin die Minuten nach dem Zusammenprall

Das Unglück ereignete sich gegen 6.30 Uhr in der Früh. Der Zug mit 206 Passagieren war auf dem Weg von Ankara in die zentraltürkische Stadt Konya. Nahe der Station Marsandiz krachten die beiden Züge - ein sehr großer, ein sehr kleiner - ineinander. Vasip Sahin, Gouverneur der Provinz Ankara, sagte, die Lok habe eine Kontrollfahrt durchführen wollen und sei demnach auf den gleichen Gleisen unterwegs gewesen wie der Schnellzug.

Eine Passagierin, die im sechsten Waggon saß, erzählte im Interview mit der türkischen Zeitung "Habertürk", wie sie das empfunden hat. "Auf einmal sahen wir aus unserem Waggon heraus, dass der Zug beängstigend auseinander gerissen war", sagte Ayse Ozyurt. "Danach konnten wir nicht aus dem sechsten in den fünften Waggon wechseln, weil die Türen nicht aufgingen." Die Tageszeitung aus Istanbul hatte das Gespräch bei Twitter veröffentlicht.

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Anzahl der Toten auf neun erhöht

ANKARA, TURKEY - DECEMBER 13 :  Rescue workers are seen at the station after high-speed train crashed in Turkish capital Ankara on December 13, 2018. Dogukan Keskinkilic / Anadolu Agency | Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.
Das Unglück ereignete sich am Donnerstagmorgen.
picture alliance / AA, Dogukan Keskinkilic

Der Grund, warum die Züge gleichzeitig auf einem Gleis unterwegs waren, ist bislang unklar. Der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge hat die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet. Klar ist, dass der Schnellzug mit etwa 90 Stundenkilometern unterwegs war, als er entgleiste und in eine Brücke krachte. Die Brücke brach teilweise auf die Zug-Waggons zusammen. "Wir konnten es nicht richtig sehen, aber Zug-Spitze war abgetrennt vom Rest des Zuges", schilderte die Passagierin die Situation weiter. "Der erste Waggon war umgedreht und der zweite zerquetscht."

Im Laufe des Vormittags haben die Behörden die Opferzahl bereits erhöhen müssen. Zuvor war von sieben Verstorbenen die Rede. Viele Menschen wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Erst im Juli gab es in der Nordwesttürkei ein ähnliches Zugunlück, bei dem 24 Menschen ums Leben kamen.