Schweres Erdbeben erschüttert Neuseeland

Ein schweres Erdbeben hat die neuseeländische Stadt Christchurch erschüttert und erhebliche Schäden angerichtet.
© dpa, ho

09. Februar 2016 - 12:03 Uhr

Chaos und Tote

Ein schweres Erdbeben hat in der zweitgrößten neuseeländischen Stadt Christchurch verheerende Schäden angerichtet und mindestens 65 Menschen getötet. "Es könnte die dunkelste Stunde Neuseelands sein", sagte Regierungschef John Key, der weitere Todesopfer befürchtet.

Bis zu 200 Menschen sind verschüttet worden. Es sei davon auszugehen, dass 150 bis 200 Menschen noch unter den Trümmern der Stadt lägen, sagte der Bürgermeister von Christchurch, Bob Parker. Augenzeugen berichteten von Chaos und Panik in der Stadt. Menschen rannten schreiend auf die Straßen. Trümmerteile stürzten zu Boden. Blutüberströmte Menschen liefen orientierungslos herum. Immer wieder behinderten Nachbeben die Rettungsarbeiten.

Das Beben der Stärke 6,3 passierte in der Mittagszeit, als die Geschäfte und Büros voll waren. Die Erde bebte nach Angaben von Augenzeugen mehr als eine Minute lang. Die Notdienste riefen die Menschen zum Blutspenden auf. Christchurch war erst im September vergangenen Jahres von einem Beben der Stärke 7,1 schwer beschädigt worden.

Christchurch: Zahlreiche Nachbeben

Untern anderem wurde am Dienstag die Kathedrale schwer beschädigt. Ein Turm stürzte ein. Manche Straßen erinnerten an Kriegsszenen. Autos waren von eingestürzten Betonbrocken platt gedrückt worden. Von einigen mehrstöckigen Gebäuden waren nur noch Trümmerhaufen übrig. In anderen Gebäuden waren die Treppenhäuser eingestürzt. Die Menschen warteten in höheren Stockwerken auf Balkonen auf Rettung. Die Feuerwehr war mit riesigen Kränen im Einsatz. In den Wänden von Wohnhäusern klafften metergroße Löcher. Retter halfen verletzten Bewohnern über die Trümmerberge.

Die Rettungsdienste waren völlig überlastet. Augenzeugen berichteten, dass viele Verletzte am Straßenrand von Sanitätern versorgt wurden. Verletzte wurden mit Lieferwagen und Kombis in die Krankenhäuser gebracht. Die Rettungsarbeiten wurden durch zahlreiche Nachbeben behindert. Immer wieder mussten die Helfer sich wegen Einsturzgefahr zurückziehen. Strom- und Telefonverbindungen rissen teilweise ab. Zerborstene Rohre überfluteten mehrere Straßen. Zufahrtsstraßen waren durch Trümmer blockiert. Der Flughafen und die Universität wurden geräumt.