Schwerer Schneesturm stellt US-Ostküste kalt

08. Januar 2014 - 8:51 Uhr

"Wenn Sie nicht nach draußen müssen, gehen Sie nicht raus"

Ein heftiger Wintersturm hält zurzeit den Nordosten der USA in Atem. Betroffen sind vor allem die Neuengland-Staaten im Nordosten. Allein in Boston im Bundesstaat Massachusetts fielen innerhalb weniger Stunden fast 20 Zentimeter Neuschnee. In den Bundesstaaten New York und New Jersey wurde der Notstand ausgerufen.

Blizzard, US-Ostküste, Schneesturm
Auch die Bewohner von New York City müssen sich auf hefige Schneefälle und klirrende Kälte einstellen.
© Mike Roda

Vielerorts fällt der Schulunterricht aus. "Lassen Sie Ihr Auto stehen. Wenn Sie nicht nach draußen müssen, gehen Sie bitte auch nicht raus", sagte der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio nach einer Sitzung des Sondereinsatzstabs. Die Bundesstraßen östlich von New York und südlich von Albany wurden für den regulären Verkehr gesperrt.

Wie in der Vergangenheit bei solchen extremen Wetterlagen bereits oft geschehen, stellen sich die Bewohner in den betroffenen Gebieten auf massive Stromausfälle ein.

Insgesamt leben rund 100 Millionen Einwohner im Bereich der Unwetter-Zone, die sich unaufhaltsam vom Mittleren Westen in Richtung Osten wälzt, berichtete der TV-Sender CNN – das das seien fast ein Drittel der gesamten US-Bevölkerung. Nach Vorhersagen des nationalen Wetterdienstes soll es bis heute Abend schneien. Bis dahin könnten in Neuengland bis zu 45 Zentimeter Neuschnee fallen, sagten Meteorologen voraus. Allerdings dürften die Schneefälle vom vergangenen Februar nicht erreicht werden, meldeten Experten im TV-Sender CNN. Damals habe es mehr als einen Meter Neuschnee gegeben.

"20 bis 30 Grad unter Normalwert"

In Boxford, nördlich von Boston wurden bereits mehr als 60 Zentimeter gemessen. Im US-Bundesstaat Massachusetts bleiben deshalb die meisten Schulen geschlossenen. Rund 5.000 Flüge fielen aus, mehr als 10.000 waren verspätet. Manche Flughäfen wie beispielsweise John F. Kennedy in New York stellten ihren Betrieb zeitweise ganz ein.

Vor allem aber auch klirrende Kälte und Winde drohen den Menschen zuzusetzen. "Als Folge dieses Sturms werden sich sehr kalte Luftmassen über den Osten der USA bewegen", sagte der nationale Wetterdienst voraus. In vielen Gebieten könnten die Temperaturen 20 bis 30 Grad unter die Normalwerte fallen. Die Kältewelle werde sich vermutlich bis in den Norden Floridas ausbreiten - selbst dort könnte es Minustemperaturen geben.

In vielen Teilen der US-Ostküste müssen sich die Bewohner mal wieder tagelange Stromausfälle einstellen. Dies kommt vor allem daher, weil Stromleitungen häufiger als in Deutschland noch über der Erde verlaufen. Eis und umstürzende Bäume sind oftmals die Ursache, dass Zehntausende auch in Städten wie Washington tagelang ohne Strom sind.