"Schwere Luftverschmutzung" belastet 20 Millionen Pekinger

Wer unbedingt vor die Tür muss, dem wird empfohlen, Atemmasken zu tragen.
© dpa, Ana Radic

16. Januar 2015 - 10:04 Uhr

Gefährlicher Feinstaub überstieg das Zwanzigfache des Grenzwerts

Der schlimmste Smog dieses Winters hat den Pekingern die Luft abgeschnürt. Die Belastung mit dem besonders gefährlichen Feinstaub überstieg das Zwanzigfache des Grenzwerts der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Behörden warnten die etwa 20 Millionen Einwohner der chinesischen Hauptstadt vor "schwerer Luftverschmutzung". Kinder und alte Leute sollten nicht vor die Tür gehen. Wer unbedingt raus müsse, solle eine Atemschutzmaske tragen. Empfohlen wurde, Fenster zu schließen und Luftfilter anzuschalten.

Der Index der US-Botschaft für die tückischen Feinpartikel, die ins Blut gehen und Krebs auslösen können, erreichte "gefährliche" 546 Punkte. Selbst die meist niedriger liegenden offiziellen chinesischen Messungen zeigten 387 Punkte bei dem Feinstaub, der kleiner als 2,5 Mikrometer (PM 2,5) ist. Die WHO empfiehlt 25 als Grenzwert, was zum Beispiel in deutschen Großstädten fast nie erreicht wird. "Es ist schrecklich", sagte eine 28-jährige Sekretärin. "Auf dem Weg zur Arbeit habe ich kaum gewagt, Luft zu holen." Die Sichtweite in der chinesischen Hauptstadt lag bei wenigen hundert Metern. Trotz der Spitzenbelastungen gab es allerdings keinerlei Fahrverbote oder Fabrikschließungen. In den vergangenen Wochen waren schon häufig Werte von 200 bis 300 erreicht worden.