Schwere Ausschreitungen in Kairo

14. Februar 2016 - 17:00 Uhr

Kairo ist von den schwersten Ausschreitungen seit Beginn der Parlamentswahlen vor knapp zwei Wochen erschüttert worden. Mindestens drei Menschen kamen dabei nach Angaben von Ärzten und Sanitätern um. Sicherheitskräfte und Demonstranten gingen immer wieder aufeinander los. Die Einsatztruppen setzen Augenzeugen zufolge Schlagstöcke und Elektroschocker gegen Protest-Teilnehmer ein, die Steine und Brandsätze warfen. Autos wurden in Brand gesetzt. Die Straßen rund um das Parlament glichen einer mit Steinen übersäten Kampfzone, über das dicke schwarze Rauchwolken hinweg zogen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 99 Menschen verletzt, fünf davon durch Schüsse.

Ausgangspunkt der Proteste war der Versuch der Militärpolizei, in der Nacht eine Sitzblockade vor dem Kabinettsgebäude aufzulösen. Aus Wut über das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte strömten bis zum frühen Nachmittag immer mehr Menschen ins Zentrum der ägyptischen Hauptstadt, bis die Truppen sich schließlich etwa Zehntausend Menschen gegenübersahen.