„Sie wird da vier Tage gelegen haben, vermuten wir“

Katze Fey von verbotener Falle schwer verletzt: Besitzerin wendet sich an RTL

Katze Fey trug viele Verletzungen davon. Ihr musste unter anderem ein Auge entfernt werden.
© Silke Richert

17. September 2020 - 10:44 Uhr

Dieser Fall schockiert zutiefst!

Wenn man sich nur vorstellt, was Katze Fey durchlebt hat, könnten einem die Tränen kommen. Zuerst machte Silke Richert sich noch keine Gedanken, als ihre Freigängerin vergangenen Donnerstag nicht nach Hause kam, aber mit den Tagen wuchsen auch die Sorgen. Ganz früh am Dienstagmorgen hörte die Frau aus Welver im Kreis Soest dann verzweifelte Schreie – und machte auf dem Nachbargrundstück eine erschütternde Entdeckung.

"Sie hat sich direkt gemeldet, als ich gerufen habe", erzählt Silke Richert im Gespräch mit RTL von dem Moment, als sie ihre vermisste Katze nach Tagen des Bangens endlich fand. Zuerst habe sie gedacht, Fey würde verletzt irgendwo auf dem Grundstück eines Nachbarn liegen, doch die Wahrheit war noch viel schlimmer: "Ich sah, dass sie an einer Schnappfalle festhing."

„Sie war komplett übersät mit Maden“

Das Fell der Katze war über und über mit Maden übersäht.
Das Fell der Katze war über und über mit Maden übersäht.
© Silke Richert

Die Besitzerin rief verzweifelt um Hilfe, doch noch bevor in den frühen Morgenstunden jemand reagierte, konnte sie die an einem Baum befestigte Falle lösen, in der ihre junge Katze steckte. Der Anblick muss erschütternd gewesen sein! "Sie war komplett übersäht mit Maden, hat eine Quetschung an der Flanke, ein Auge musste ihr entfernt werden und der Oberkiefer ist auch noch betroffen, da ist alles geschwollen." Richert und ihr Tierarzt gehen davon aus, dass Fey drei bis fünf Tage in der Falle gehangen muss. "Vier Tage vermuten wir."

Der Tierarzt hoffe nun, er habe alle Maden und Eier entfernt und ist zu 95 Prozent sicher, dass Katze Fey aus dem Gröbsten raus sei. "Sie steht halt noch unter Schock. Jetzt müssen wir einfach mal gucken, wie lange das noch dauert", so Richert.

Wer macht so etwas?

Fallen wie diese darf man in Deutschland zwar kaufen, aber nicht auslegen.
Fallen wie diese darf man in Deutschland zwar kaufen, aber nicht auslegen.
© Silke Richert

Da stellt sich vor allem eine Frage: Wer ist für das Leid des Tieres verantwortlich? Richert ist überzeugt davon, dass der Nachbar die Falle aufgehangen hat, die laut Einschätzung eines Jägers in Deutschland längst verboten sei. Den Bildern nach zu urteilen handelt es sich um ein sogenanntes Tellereisen, eine Fallenart, deren Einsatz in der Europäischen Union seit 1995 verboten ist. Dennoch ist paradoxerweise der Verkauf in Deutschland erlaubt, wie Peta berichtet. "Daher kommen die grausamen Fallen auch immer wieder zum – verbotenen – Einsatz", heißt es auf der Webseite des Tierschutzvereins.

"Der Nachbar muss sie eigentlich gehört haben", erzählt uns Silke Richert. "Er kann mir nicht erzählen, dass er das nicht wusste." Die Besitzerin hat Anzeige erstattet und hofft, dass der Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen wird.

Wie können Sie gegen Tierquälerei vorgehen? Hier finden Sie hilfreiche Tipps.