Habte A. glaubte, andere könnten seine Gedanken lesen

Schweizer Medien: ICE-Schubser leidet unter Verfolgungswahn

1. August 2019 - 14:20 Uhr

Im Video: RTL-Reporter Ulrich Klose berichtet aus Wädenswil

Was hat den mutmaßlichen ICE-Schubser dazu getrieben, einen achtjährigen Jungen im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen Zug zu stoßen? Der dringend tatverdächtige Habte A. schweigt laut Staatsanwaltschaft noch immer. Sein Motiv ist daher unklar. Schweizer Medien schreiben allerdings übereinstimmend, dass der 40-Jährige unter Verfolgungswahn leide. RTL-Reporter Ulrich Klose berichtet im Video aus Habte A.'s Wohnort Wädenswil.

Hausarzt stellte Anzeichen einer Paranoia fest

Der Schweizer "Tagesanzeiger" meldet, der Hausarzt hätte den Eritreer an einen Psychologen überwiesen. Der Mediziner hatte demnach Anzeichen für eine psychische Störung mit Wahnbildung festgestellt. Die Zeitung berichtet weiter: "Der 40-Jährige glaubte, dass Zugpassagiere und Arbeitskollegen seine Gedanken lesen könnten, war der Überzeugung manipuliert zu werden." Eine offizielle Bestätigung für die Berichte gibt es bislang nicht.

Was wir über den Täter sicher wissen: Habte A. floh 2006 aus seiner Heimat Eritrea und lebte seitdem im Schweizer Kanton Zürich. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Der 40-Jährige galt als vorbildlich integriert. "Er war sogar ein Vorzeigefall für berufliche Integration und dass ausgerechnet so jemand eine solch abscheuliche Tat verübt, das kann bei uns niemand verstehen", sagte Wädenswils Bürgermeister Philipp Kutter im RTL-Interview.