Mord am Frankfurter Hauptbahnhof

Spurensuche in der Schweiz: So war der ICE-Schubser Habte A. in seinem Ort bekannt

31. Juli 2019 - 17:48 Uhr

Wie kam es zum Gewaltausbruch?

Seit zwei Tagen sitzt der ICE-Schubser von Frankfurt in Untersuchungshaft - und schweigt. So müssen die Ermittler mühsam zusammentragen, wie es zu diesem unfassbaren Verbrechen gekommen ist. Was hat den Mann aus Eritrea, der in der Schweiz lebte und dort als Musterbeispiel für Integration galt, plötzlich zu diesem Gewaltausbruch getrieben? Im Video erzählen Menschen aus seinem Wohnort Wädenswil, wie sie den Täter kannten.

A. galt als vorbildlich integriert

Habte A. lebt seit 13 Jahren in der Schweiz, ist dort ein anerkannter Flüchtling und galt beruflich als gut integriert. Seine Geschichte wurde sogar mehrfach positiv aufgegriffen. Doch im letzten halben Jahr konnte A. wegen psychischer Probleme nicht mehr bei den Züricher Verkehrsbetrieben arbeiten. Das Arbeiterhilfswerk meldete sich mit einem schriftlichen Statement: Sie hätten A. als "einsatzbereiten und motivierten Programmteilnehmer" erlebt. Die Tat schockiere sie zutiefst.

Seit Donnerstag war der Mann aber auf der Flucht vor der Schweizer Polizei. Denn es gab einen Haftbefehl gegen ihn wegen häuslicher Gewalt. Am Montag schubste A. am Frankfurter Hauptbahnhof einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE. Der Junge starb.