Bestechungsvorwurf gegen Schwergewichts-Champion

Schweinischer Doping-Fall: Englischer Bauer will nicht gegen Tyson Fury aussagen

EXCLUSIVE: Raining Champion Of The World! Tyson Fury Goes For Morning Jog Despite The Wet Weather
© SplashNews.com

15. Juli 2020 - 15:07 Uhr

Bauer will von Bestechungsvorwurf nix mehr wissen

Bauernrolle rückwärts: Ein englischer Farmer, der Schwergewichts-Champion Tyson Fury in einem lange zurückliegenden Doping-Fall Bestechung vorgeworfen hatte, will von der ganzen Sache nichts mehr wissen. Die britische Anti-Dopingbehörde UKAD ermittelt offenbar trotzdem gegen den "Gypsy King".

Fury 2015 positiv auf Nandrolon getestet

Es klang wie das Drehbuch eines miesen Mafia-Films, was Martin Carefoot im März der "Sunday Times" erzählte. Ein Mitglied der Fury-Entourage habe ihm 2017 die stolze Summe von 25.000 Pfund angeboten, um dem Schwergewichtler ein Doping-Alibi zu verschaffen.

Die Fakten: Bauer Carefoot hatte 2017 schriftlich bestätigt, Team Fury mit unkastriertem Wildschwein (gibt es eigentlich auch kastriertes Wildschwein?) beliefert zu haben.

Mit dem Verzehr des "kontaminierten" Fleisches erklärten die Furys (Tyson und sein Cousin Hughie) einen Doping-Befund aus dem Jahr 2015. Die Boxer wurden damals positiv auf das Steroid Nandrolon (Dieter Baumanns Zahnpasta lässt grüßen) getestet.

FILE PHOTO: Boxing - Deontay Wilder v Tyson Fury - WBC Heavyweight Title - The Grand Garden Arena at MGM Grand, Las Vegas, United States - February 22, 2020 Tyson Fury in action against Deontay Wilder REUTERS/Steve Marcus/File Photo
Fury vermöbelte im Februar in Las Vegas Deontay Wilder und krönte sich zum WBC-Weltmeister
© REUTERS, Steve Marcus, /FW1F/Christian Radnedge

Aufgewärmtes Wildschweingulasch

Der britische Boxverband sperrte die Furys Ende 2016 rückwirkend für zwei Jahre, später legten Fury und die Funktionäre den Fall einvernehmlich bei. Der Bezwinger von Wladimir Klitschko erhielt Ende 2017 seine Boxlizenz zurück.

Im März wärmte Carefoot das Wildschweingulasch dann wieder auf. Er behauptete, die vermeintliche Erklärung für die Steroid-Spritze nur zu Protokoll gegeben zu haben, weil ihm ein Fury-Vertreter 25.000 Pfund (rund 28.000 Euro) für den schweinischen Meineid versprochen habe.

Die britische Anti-Dopingbehörde UKAD kündigte daraufhin an, die Doping-Akte Fury wieder zu öffnen und zu ermitteln.

ARCHIV - Der ukrainische Boxer Wladimir Klitschko, Weltmeister im Schwergewicht der WBA, WBO, IBO und IBF, und sein britischer Herausforderer Tyson Fury stehen sich am 28.11.2015 im Boxring in der Esprit Arena in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) gege
Im November 2015 entthronte Fury in Düsseldorf sensationell Wladimir Klitschko - schon im Februar war er allerdings positiv auf das Steroid Nandrolon getestet worden
© dpa, Rolf Vennenbernd

UKAD ermittelt offenbar weiter

Jetzt will Carefoot von der ganzen Sache allerdings nichts mehr wissen und weigert sich, mit der UKAD zusammenzuarbeiten. "Ich habe nur Probleme, seit das alles losgegangen ist und will da nicht hereingezogen werden", sagte der Bauer der "Sunday Times".

Für Fury ist der Fall allerdings trotz der Zeugnisverweigerung Carefoots offenbar nicht vorbei. Laut "Daily Mail" ermittelt die UKAD weiter gegen den WBC-Champion.