Schweinepest

China stoppt Import von deutschem Schweinefleisch

Schweinehalter in Niedersachsen in Sorge
© dpa, Mohssen Assanimoghaddam, ass jol

12. September 2020 - 15:02 Uhr

Import-Stopp von deutschem Schweinefleisch

Nach dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland hat China ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch verhängt. Das berichtete die chinesische Zollverwaltung am Samstag. China ist der größte Abnehmer für Schweinefleisch aus Deutschland.

Deutschland will mit China reden

Nach dem Importstopp für deutsches Schweinefleisch durch China wegen der Afrikanischen Schweinepest will sich das Bundesagrarministerium weiter für Handelsmöglichkeiten einsetzen. Man bleibe mit der chinesischen Regierung weiterhin im Gespräch, um eine Regionalisierungs-Vereinbarung zu erreichen, sagte eine Sprecherin am Samstag auf Anfrage in Berlin. Dies zielt darauf, Einfuhrstopps für Lieferungen aus Deutschland wegen der Schweinepest nur auf Betriebe aus betroffenen deutschen Regionen zu beschränken. So ist es auch innerhalb der EU geregelt. Das Ministerium bestätigte, dass es eine Mitteilung des Importverbots durch die chinesische Seite gibt.

China hat nach dem ersten Fall der Tierseuche in Deutschland bei einem toten Wildschwein in Brandenburg ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch verhängt. Wie die chinesische Zollverwaltung am Samstag mitteilte, sollen alle Lieferungen von Fleisch und Produkten von Schweinen oder Wildschweinen zerstört oder zurückgeschickt werden. Alle Lieferungen, die vorher geschickt worden seien, sollen verschärft untersucht werden, bevor sie freigegeben werden.

Schweinepest: Für den Menschen ungefährlich

Ein Verdachtsfall in Brandenburg hatte sich bestätigt. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) teilte am Donnerstag in Berlin: "Der Verdacht hat sich leider bestätigt", sagte sie. "Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich." Vom Verzehr von möglicherweise kontaminiertem Fleisch gehe keine Gefahr für den Menschen aus. Für Schweine sei die Seuche fast immer tödlich.

Südkorea hatte Import bereits gestoppt

In Brandenburg sind nach dem ersten Schweinepest-Fall in zwei Landkreisen Krisenmaßnahmen angelaufen, um weitere Spuren zu suchen und eine Ausbreitung zu unterbinden. Als erste wirtschaftliche Konsequenz verbot Südkorea Schweinefleisch-Einfuhren aus Deutschland. 

Quelle: DPA