Schwedische Firmen verpflichten Mitarbeiter zum Sport

28. Mai 2018 - 11:05 Uhr

Erst Meeting, dann mit allen joggen?

Was würden Sie sagen, wenn Ihr Chef Sie nicht nur zur Teilnahme an Meetings verpflichten würde, sondern auch an der täglichen Joggingrunde im Park, dem wöchentlichen Krafttraining oder der Yoga-Stunde? In Schweden ist das tatsächlich möglich – und kommt bei den Mitarbeitern gut an.

Die schwedische Firma 'Björn Borg' macht's vor

Die Bekleidungskette 'Björn Borg' hat das Sportprogramm vor vier Jahren verpflichtend eingeführt. Der Geschäftsführer Henrik Bunge geht mit positiven Beispiel voran und schwitzt mit seinen Mitarbeitern mit. "Das Training macht uns stärker, besser, gesünder und sogar klüger. Wir haben es zur Pflicht gemacht, um mögliche Ausreden zu verhindern wie: 'Ich habe keine Zeit! Nicht heute!' Wir müssen aber Sport machen, egal, was um uns herum passiert", sagt Henrik Bunge. Was er und seine Mitarbeiter darüber hinaus zum Fitness-Zwang sagen, können Sie sich im Video anschauen.

Sportpflicht bei der Arbeit: Auch in Deutschland möglich?

Die Firma ist in Schweden keine Ausnahme, viele Firmen verpflichten inzwischen ihre Mitarbeiter zur sportlichen Betätigung. Viele moderne Unternehmen bieten Sportprogramme auch in Deutschland an, aber auf freiwilliger Basis und außerhalb der Arbeitszeiten. Könnten deutsche Firmen das auch verpflichtend einführen? Jedenfalls nicht nachträglich ohne Vertragsänderung, sagt Arbeitsrechtler Christian Ziehm: "Die Frage ist bis jetzt ungeklärt. Der normale Arbeitnehmer, die Bürokraft oder der Bankmitarbeiter kann aus meiner Sicht nicht gezwungen werden, Sport zu machen, sofern es nicht im Arbeitsvertrag so vorgesehen ist."

Und was halten Sie von dem verpflichtenden Sport? Eine gute Idee oder geht das dann doch zu weit?