Schwedens Migrationsminister kritisiert Europas "Trittbrettfahrer"

Johansson spricht Klartext
Johansson spricht Klartext
© REUTERS, FRANCOIS LENOIR

29. Januar 2016 - 11:58 Uhr

"Jetzt müssen andere Länder ran"

Der schwedische Justiz- und Migrationsminister Morgan Johansson hat die meisten EU-Mitglieder wegen ihrer zögerlichen Haltung bei der Aufnahme von Flüchtlingen als "Trittbrettfahrer" kritisiert. EU-Mitglied zu sein, heiße, Rechte und Privilegien zu besitzen, sagte Johansson der 'Zeit'. Allerdings gebe es auch Verpflichtungen.

"Wir können nicht zulassen, dass manche Länder sagen: Wir wollen nur die Vorteile. Es gibt einen Namen für Personen, die so sind: Trittbrettfahrer. Europa kann nicht auf Trittbrettfahrern gründen." Johansson forderte ein neues Verteilungssystem für Flüchtlinge in Europa. "Jetzt müssen andere Länder ran", sagte er. Neben Schweden, Österreich und Deutschland gebe es in der EU noch 25 andere Länder, "die jetzt auch Verantwortung übernehmen müssen".

Nach den Vorstellungen Johanssons sollten sich die Flüchtlinge in Griechenland registrieren lassen und dort ihren Asylantrag stellen. "Dann werden sie dorthin geschickt, wo es Kapazitäten gibt."