Zwei Verdächtige vor Gericht

Teenager auf Friedhof verprügelt und vergewaltigt - Gutachter: Täter haben keine "psychische Störung"

Kriegsopfer-Ruhestätte Golm
© dpa, Stefan Sauer

24. September 2020 - 19:54 Uhr

Fußgänger finden die Jungen

Ende August finden Friedhofsgänger zwei verletzte und unbekleidete Jungs. Stundenlang sollen sie gefoltert worden sein – vermutlich eine ganze Nacht lang. Die Täter hätten sie ausgeraubt, verschleppt und mit einem Gegenstand vergewaltigt.Über die grause Tat in Schweden haben wir berichtet. Nun hat die schwedische Zeitung "Expressen" Einzelheiten aus dem Gutachten der mutmaßlichen Täter veröffentlicht.

"Antisoziale Merkmale"

Laut dem vorliegenden Gutachten sollen die beiden mutmaßlichen Täter keine psychische Störung haben. Während der Tat hätten beide unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden, berichten schwedische Medien. Die Verdächtigen seien 21 und 18 Jahre alt. Der ältere der beiden jungen Männer sei arbeitslos und hätte bei seinen Eltern gelebt. Seine Persönlichkeit soll "antisoziale Merkmale" aufweisen. Der jüngere mutmaßliche Täter habe einen umfrangreichen Drogenkonsum hinter sich, außerdem habe er eine Geschichte mit Pflegefamilien und "schlechter Gesellschaft". Er soll auch der mutmaßliche Vergewaltiger gewesen sein.

Beide Verdächtigen leugnen die Tat

Der 18-jährige Verdächtige sei vorher bereits wegen Diebstahls und Einbruch aufgefallen. Er sei seit mehreren Jahren mit einem Sozialdienst in Kontakt. Gegenüber des Psychiaters soll er gesagt haben, dass er vorhatte Solna, in der Nähe von Stockholm, zu verlassen, um "neue Menschen und neue Möglichkeiten" zu erschließen. Auch der 21-Jährige habe sich selbst als "Unruhestifter" bezeichnet, wie das Medium "SolnaDirekt" schreibt. Er sei bereits wegen Brandstiftung verhaftet worden. Die Ermittlungen hätten außerdem ergeben, dass er Probleme bereits in der Schule und auf dem Arbeitsmarkt Probleme gehabt habe. Beide Männer sind wegen des Verbrechens in Haft. Allerdings bestreiten beide, die Tat begangen zu haben.