Wikileaks-Gründer entlastet

Vergewaltigungsvorwurf gegen Julian Assange fallen gelassen

© dpa, Victoria Jones, hpl

19. November 2019 - 15:20 Uhr

Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Assange eingestellt

Die Voruntersuchungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange in Schweden wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung werden eingestellt. Das teilte die stellvertretende Direktorin der schwedischen Strafverfolgung, Eva-Marie Persson, am Dienstag mit.

Beweislage zu schwach

Dem Wikileaks-Gründer war vorgeworfen worden, im Jahr 2010 in Stockholm eine Frau vergewaltigt zu haben. Er hatte die Vorwürfe stets bestritten. Wie Eva-Marie Persson erklärte, liege der Vorfall mittlerweile so lange zurück, dass sich die Beweislage deutlich abgeschwächt habe. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft könne jedoch angefochten werden.

Trotz des fallengelassenen Vorwurfs, werde der Whistleblower aber nicht freikommen, weil die USA ihn anklagen wollen und bereits einen Auslieferungsantrag gestellt haben.

Seit Mai in Haft

Im Mai wurde der Gründer der Enthüllungsplattform in London zu 50 Wochen Haft verurteilt, weil er gegen seine Kautionsauflagen verstoßen hatte. Gegen ihn lag ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor.

Zuvor suchte der gebürtige Australier in der ecuadorianischen Botschaft von London Asyl. Dort lebte er knapp sieben Jahre, bevor man ihn wegen schlechten Benehmens vor die Tür setzte und er verhaftet wurde. Seitdem sitzt er in Großbritannien hinter Gittern.

Der 47-Jährige wollte einer Festnahme und der von ihm befürchteten Auslieferung an die USA entgehen. Dort wird gegen ihn ermittelt, weil Wikileaks zahlreiche geheime US-Dokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan veröffentlicht hat.

Verhandlungen gehen weiter

Eine mögliche Auslieferung an die USA ist aber noch nicht vom Tisch, weil die US-Justiz einen Auslieferungsantrag gestellt hat, der von den Briten zugelassen wurde. Die Verhandlung zu dem Auslieferungsgesuch beginnt am 25. Februar 2020.