Sonderweg im Kampf gegen das Coronavirus

In Schweden laufen die Skilifte noch auf Hochtouren

27. März 2020 - 10:24 Uhr

Auch Restaurants und Teil der Schulen noch geöffnet

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus geht Schweden einen ganz eigenen Weg: Restaurants, Cafés und Kneipen bleiben geöffnet, ebenso wie ein Teil der Schulen. Und für Skifahrer gibt's zwar nicht mehr die ganz große Hüttengaudi, aber die Lifte laufen wie in Nicht-Corona-Zeiten.

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Schwedische Gymnasien und Unis unterrichten aus der Ferne

In Lokalen sei bis auf Weiteres nur noch die Bedienung am Tisch für sitzende Gäste erlaubt, teilten Sozialministerin Lena Hallengren und Gesundheitsbehördenchef Johan Carlson mit. An der Bar dürfen keine Getränke oder Speisen mehr serviert werden. Take-Away-Speisen und Buffets sind von den Maßnahmen nicht betroffen.

Im Gegensatz zu Deutschland und anderen Ländern behalten die Schweden auch ihre Vor- und Grundschulen geöffnet. Eine Schließung sei derzeit nicht aktuell, sagte Carlson. Schwedische Gymnasien, Universitäten und Berufsschulen sind bereits geschlossen worden und unterrichten ihre Schüler und Studenten aus der Ferne.

Après-Ski-Clubs nach Kritik geschlossen

Und in den Skigebieten ist (fast) alles beim Alten. Die staatliche Gesundheitsbehörde hat sich dagegen entschieden, die Pisten dichtzumachen. Das private Unternehmen Skistar, Betreiber der größten schwedischen Skigebiete, folgt diesem Kurs. Die massive Kritik an ausschweifenden Après-Ski-Partys in Schweden allerdings hat Wirkung gezeigt: Mehrere Restaurants und Clubs in den Skigebieten stellten am Wochenende ihren Betrieb ein. Abstandsregeln in Warteschlangen und Gondeln sollen das Infektionsrisiko senken.

Bislang gut 2.000 Coronavirus-Fälle in Schweden

Dass Ministerpräsident Stefan Löfven noch auf Appelle statt Einschränkungen setzt, stößt auch in Schweden auf Kritik. Nicht zuletzt bei Medizinern, die die Schließung der Skigebiete fordern. Wohin der Kurs der schwedischen Regierung im Umgang mit Covid-19 führt, wird man wohl erst in einiger Zeit beurteilen können.

In Schweden registrierte die John-Hopkins-Universität bis Mittwochmorgen 2.299 Infektionsfälle. 40 Menschen starben den Angaben zufolge bisher an der Infektion mit dem Coronavirus.

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