Schweden: Tess Asplund stellt sich alleine einer Neonazi-Demo in den Weg

6. Mai 2016 - 11:39 Uhr

"Ich wurde wahnsinnig und stinksauer, die sollten dort nicht marschieren"

Das Foto der 42-jährigen Tess Asplund geht um die Welt: Mit erhobener Faust hat die mutige Frau sich einer Neonazi-Demo in den Weg gestellt. Damit hat die Schwedin ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Ihr unerschrockenes Auftreten machte Asplund zum Social-Media-Star. Das Bild verbreitete sich rasend schnell im Netz.

Asplund, die sich in Schweden gegen Rassismus und für Asylbewerber engagiert, war am 1. Mai nach Borlänge (200 Kilometer nordwestlich von Stockholm) gereist. Dort hatten Neonazis einen Marsch der 'Nordischen Widerstandsbewegung' geplant. Asplund wollte sich an der Gegendemonstration beteiligen. "Ich wurde wahnsinnig und stinksauer, die sollten dort nicht marschieren", sagte sie dem schwedischen Fernsehsender 'Aftonbladet TV'.

Auf dem Foto sieht man sie mit erhobener Faust, wie sie sich Männern in weißen Hemden entgegenstellt. Die Szene dauerte nur wenige Sekunden, bevor die Polizei die Frau beiseite schob. "Es war meine Nelson-Mandela-Faust", sagte die Aktivistin dem Sender. Der frühere südafrikanische Anti-Apartheid-Kämpfer Mandela (1918-2013) sei für sie immer eine große Inspiration gewesen.

Asplund selbst ist "überrascht und erschüttert" über das große Interesse an dem Foto. Sie hoffe, dass es noch mehr Menschen inspirieren werde, gegen den Rassismus aufzustehen. Der Fotograf David Lagerlöf sagte, dass von rund zehn Fotos, die er geschossen habe, nur dieses eine brauchbar gewesen sei.