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Schweden: Mutter hält Töchter zehn Jahre lang gefangen

Schweden: Mutter hält Töchter zehn Jahre lang gefangen

Tochter gelingt die Flucht

Im schwedischen Bromölla soll eine Mutter ihre drei Kinder mehr als zehn Jahre lang zu Hause festgehalten haben. Jetzt hat das Martyrium ein Ende, weil einer Tochter die Flucht gelang.

Bromölla in Schweden: Mutter sperrt Töchter zehn Jahre ein
In diesem Haus hielt die Mutter ihre Töchter gefangen.

Mehr als zehn Jahre spielte sich das Leben der Schwestern im Schlafzimmer mit drei Luftmatratzen ab. "Sie konnten nicht zur Schule gehen", sagt eine Polizeisprecherin in der südschwedischen Provinz Schonen. Am Mittwoch dann endlich die Befreiung, nachdem die geflohene Tochter die Polizei informiert hatte. "Wir saßen draußen auf der Bank, als plötzlich Polizeiwagen vor fuhren. Beamte haben die Frau verhaftet. Später kamen dann zwei junge Frauen aus dem Haus", erinnert sich Nachbarin Minna Rönnberg-Mykkänen.

Nach ihrer Anhörung vor Gericht wurde die Frau wieder freigelassen. Der schlimme Verdacht gegen sie bleibe aber bestehen, sagte Chefankläger Pär Andersson dem schwedischen Rundfunk. "Sie hat die Töchter nicht eingeschlossen." Aber sie habe diese psychisch unter Druck gesetzt.

Die Menschen des Ortes Bromölla, rund 100 Kilometer nordöstlich entfernt von Malmö, sind geschockt: "Das so etwas hier passieren kann, ist unfassbar. Es war immer so schön und ruhig hier", meint ein Anwohner.

Offenbar war der 59-jährigen Mutter nie jemand auf die Schliche gekommen, weil sie immer wieder umzog. So wollte sie anscheinend den Kontakt zu den Vätern der Mädchen verhindern. Der Vater der beiden jüngeren Töchter äußerte sich in schwedischen Medien. Er will seit 17 Jahren keinen Kontakt mit ihnen gehabt haben. Die Mutter sitzt nun in Untersuchungshaft.