Schweden: Freispruch für schlafwandelnden Vergewaltiger

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20. September 2014 - 10:16 Uhr

Berufungsgericht spricht 26-Jährigen frei

Ein Gericht in Schweden hat einen 26-jährigen Vergewaltiger freigesprochen. Die skurrile Begründung der Richter: Der Täter habe in der Tatnacht schlafgewandelt und keine bewusste Absicht zum Sex gehabt, berichtet die Nachrichtenagentur 'AFP'.

Ein Schlafforscher konnte das Gericht davon überzeugen, dass der junge Mann an der Schlafstörung 'Sexsomnie' leidet. Die Zeugenaussage seiner früheren Lebensgefährtin unterstützte diese Aussage. Bei dieser Form des Schlafwandelns kommt es zu unbewussten sexuellen Handlungen, an die sich der Betroffene nach dem Aufwachen nicht mehr erinnern kann.

Krankheit 'Sexomnie'

Die Diagnose 'Sexsomnie' ist bei vielen Experten jedoch umstritten. Dennoch schenkte das Gericht der Argumentation der Verteidigung Glauben, dass der Mann "sich im Schlafzustand befand und nicht wahrnahm, was geschieht".

Der 26-jährige Schwede hatte eine Frau sexuell missbraucht, die ihn daraufhin wegen Vergewaltigung anzeigte. In erster Instanz wurde eine zweijährige Haftstrafe gegen ihn verhängt. Diese kassierte das Berufungsgericht mit seinem Urteil nun aber.