Aufruhr im Zentrum der Milchstraße

Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße verschluckt mehr als sonst

© dpa, -, wst haa gfh

18. September 2019 - 10:25 Uhr

Forscher spekulieren über Ursache

Das gigantische Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße gönnt sich derzeit ein ungewöhnlich reichhaltiges Mahl. Das schließen Astronomen aus einem plötzlichen Helligkeitsausbruch des Massemonsters: Es leuchtet so hell wie nie seit Beginn der Beobachtungen. Über die Ursache können Forscher bisher nur spekulieren.

Keine Gefahr für die Erde

HANDOUT - 15.09.2019, ---: Eine Grafik veranschaulicht den Weg eines Sterns am Rande des Ereignishorizonts eines schwarzen Loches. Das gigantische Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße gönnt sich derzeit ein ungewöhnlich reichhaltiges Mahl. Da
Schwarzes Loch im Herzen der Milchstraße.
© dpa, Nicolle Fuller

Schwarze Löcher selbst sind zwar nicht sichtbar, aber wenn Materie in ihren Schwerkraftstrudel fällt, erhitzt sie sich und leuchtet hell auf, bevor sie auf Nimmerwiedersehen hinter dem sogenannten Ereignishorizont verschwindet. "Unser Schwarzes Loch ist normalerweise ein ziemlich ruhiges, schwächliches auf Diät", sagt Andrea Ghez von der Universität von Kalifornien. Die Forscher hatten rund 13.000 Messungen aus 133 Nächten seit 2003 analysiert. Am 13. Mai 2019 strahlte das Schwarze Loch plötzlich doppelt so hell wie auf den hellsten der übrigen Aufnahmen.

"Die große Frage lautet, ob das Schwarze Loch in eine neue Phase eintritt", betonte Ghez' Kollege Mark Morris. Das könne etwa bedeuten, dass die Menge an interstellarem Gas, die in das Schwarze Loch strudele, für eine längere Zeit zunehme. Andere Erklärungsmöglichkeiten sind beispielsweise große Asteroiden, die in das Schwarze Loch gezogen wurden.

Welche Ursache für den plötzlichen Ausbruch des Schwarzen Lochs verantwortlich ist, werden erst weitere Beobachtungen zeigen können. Gefahr für die Erde bestehe nicht, betonen die Wissenschaftler. Das Massemonster im Zentrum der Milchstraße sei 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, und die Strahlung müsste mindestens zehn Milliarden Mal so stark sein wie beobachtet, um für das Leben auf der Erde eine Rolle zu spielen.