Mädchen oder Junge?

Schwangerschaftsmythen: Kann man DARAN das Babygeschlecht erkennen?

Wird es ein Mädchen oder Junge? Es gibt wohl keine Frage, die eine werdende Mama öfter zu hören bekommt.
© iStockphoto, Konstantin Postumitenko

15. Februar 2021 - 11:16 Uhr

Welche Ammenmärchen sind wahr?

Nachwuchs steht ins Haus, und nichts interessiert Familie, Freunde und Bekannte mehr als das Geschlecht des kommenden Erdenmenschen. Eine Jahrzehnte-alte Neugierde, die die Entstehung einer Reihe von Schwangerschaftsmythen zur Folge hat. Es gibt wohl keine werdende Mama, die noch nie Sätze wie "Wenn du den ganzen Tag unter Morgenübelkeit leidest, wird es ein Mädchen" oder "Dein Bauch ist spitz geformt? Dann bekommst du einen Jungen" gehört hat. So wird es sicherlich auch Herzogin Meghan (40) gehen – immerhin hat die Frau von Prinz Harry an Valentinstag die Baby-Bombe platzen lassen. Doch was ist dran an den Ammenmärchen rund um Krankheitssymptome, Bauchform, Gelüste und Co.?

Haben Mythen einen Bezug zur Wissenschaft?

Heutzutage kann ein einfacher Bluttest bereits ab der 10. Schwangerschaftswoche das Geschlecht des ungeborenen Kindes feststellen. Dennoch halten sich die Ammenmärchen um körperliche Indizien hartnäckig. Wahrscheinlich, weil es einfach so viel Spaß macht, das Geschlecht des Babys anhand von urbanen Legenden vorherzusagen. Doch haben diese Märchen irgendeinen Bezug zur Wissenschaft? Wir werfen einen genaueren Blick auf die fünf am weitesten verbreiteten Mythen.

Spitzer Bauch = Junge vs. Runder Bauch = Mädchen?

Die Form des Baby-Bauches hat mehr mit dem Körpertyp und der Figur vor der Schwangerschaft zu tun als mit dem Geschlecht des Kindes. Menschen, die einen kurzen Oberkörper haben, neigen zu einem hervorstehenden Bauch, weil das Baby nirgendwo anders hinpasst. Wer einen breiten Bauch hat, bietet dem Baby die Möglichkeit seitlich zu liegen.

Doch nicht nur die Bauchform der werdenden Mama steht im Verdacht, Aussagen über das Babygeschlecht treffen zu können. Wissenschafts-Journalistin Jena Pincott hat während ihrer Schwangerschaft eine eigene Theorie aufgestellt, in der die Größe der Brüste entscheidend ist.

Salzige Gelüste = Junge vs. Süße Gelüste = Mädchen?

Die Forschung hat noch nicht herausgefunden, ob es einen Zusammenhang zwischen Essensgelüsten und dem Geschlecht des Kindes gibt. Es gibt jedoch mehrere Hypothesen über Heißhungerattacken. Dazu gehört, dass Heißhunger möglicherweise…

  • eine Reaktion auf hormonelle Veränderungen ist
  • ein Indikator für einen Ernährungsmangel ist
  • auf bestimmte Lebensmittel zurückzuführen ist

Wissenschaftler weisen auch darauf hin, dass Heißhunger je nach Wohnort unterschiedlich ausgeprägt ist, so dass auch kulturelle Faktoren eine Rolle spielen.

Keine Morgenübelkeit = Junge vs. Schlimme Morgenübelkeit = Mädchen?

Für so manche Schwangere ist Essen allerdings das Letzte, an das sie denken möchte. Denn eines der frühesten Anzeichen einer Schwangerschaft ist das Krankheitsgefühl, das morgendliche Übelkeit mit sich bringt. Was sagt die Wissenschaft?

Neuere Forschungen zeigen, dass an diesem Märchen ausnahmsweise etwas dran sein könnte. Mit Hilfe einer internationalen webbasierten Umfrage sammelten Wissenschaftler Selbstauskünfte über morgendliche Übelkeit und das Geschlecht des Babys. Diejenigen, die ein Mädchen zur Welt brachten, berichteten tendenziell über ein "signifikant" höheres Maß an Übelkeit im ersten Trimester. Grund dafür könnte der Anstieg des Hormons HCG (Humanes Choriongonadotropin) sein, das zu Erbrechen führen kann. Es sind allerdings weitere Forschungen nötig, um herauszufinden, ob ein direkter Zusammenhang zwischen dem Anstieg des Hormons und dem Geschlecht besteht.

Kein Sodbrennen = Junge vs. Starkes Sodbrennen = Mädchen?

Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, dass starkes Sodbrennen in der Schwangerschaft ein Zeichen dafür sein kann, dass Ihr Kleines ein Mädchen mit voller Haarpracht wird? Sodbrennen ist ein relativ häufiges Schwangerschaftssymptom, besonders in den Wochen vor der Entbindung. Eine Studie untersuchte Sodbrennen und das Haarvolumen von Neugeborenen. Die Forscher fanden heraus, dass diejenigen, die unter starkem Sodbrennen litten, tendenziell auch Babys mit viel Haar bekamen. Was die Wissenschaftler nicht feststellen konnten, war ein Zusammenhang zwischen starkem Sodbrennen und dem Geschlecht des Babys. Immerhin können auch Jungen mit viel Haar auf die Welt kommen.

Niedrige Herzfrequenz = Junge vs. Hohe Herzfrequenz = Mädchen?

Einer der populärsten Mythen dreht sich um die Herzfrequenz des Babys im Mutterleib. Es heißt, wenn sie über 140 Schläge pro Minute (BPM) liegt, bekommen Sie ein Mädchen. Wenn sie langsamer als 140 BPM ist, bekommen Sie einen Jungen.

Eine Studie aus dem Jahr 2006 hat gezeigt, dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen der Herzfrequenz von weiblichen und männlichen Babys im ersten Trimester gibt. Dabei gilt: Eine Schwankungsbreite von knapp 23 Schlägen pro Minute ist für beide Geschlechter völlig normal.