Als Zeichen der Gleichberechtigung

Schwangere, Paare, alte Menschen: Genf führt neue Verkehrsschilder ein

Genf führt neue Verkehrsschilder ein
© dpa, Martial Trezzini, mt hpl

17. Januar 2020 - 8:46 Uhr

Neue Schilder - mehr Gleichberechtigung?

Eine schwangere Frau oder ein alter Mann mit Krückstock: Die Stadt Genf will mit neuen Straßenschildern künftig ein Zeichen in Sachen Gleichberechtigung setzen. Die Stadt stellte sechs Variationen für die Verkehrsschilder an einem Zebrastreifen vor. Darauf sind unter anderem Paare, Senioren und (schwangere) Frauen zu sehen. Es handelt sich dabei um eine Premiere in der Schweiz, so die Nachrichtenagentur sda.

Bisherige Schilder sind überwiegend männlich

"Die Idee der Feminisierung bestimmter Verkehrszeichen mag anekdotisch erscheinen", sagte die Genfer Stadtpräsidentin Sandrine Salerno. Es sei jedoch keine Spielerei. Sie will damit die Entwicklung der Gesellschaft zu zeigen. Historisch betrachtet sei der öffentliche Raum von Männern für Männer gedacht worden.

Unter dem Vorwand der Neutralität sei die Beschilderung überwältigend männlich, kritisierte Salerno. "Diese Omnipräsenz verstärkt die Vorstellung, dass einige Menschen, vor allem Frauen, aber auch Minderheiten, dort weniger zu Hause sind als andere."

Insgesamt sollen 250 Schilder mit den sechs neuen Variationen aufgehangen werden. In Genf läuft derzeit zudem ein Projekt zur Feminisierung von Straßennamen.