Niko G. will vor den Bundesgerichtshof ziehen

Ein Mörder der schwangeren Maria K. geht in Revision

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11. September 2019 - 15:14 Uhr

Schwangere 18-Jährige auf Usedom ermordet

Das Landgericht Stralsund hat Nicolas K. und Niko G. wegen Mordes verurteilt. Der 19-Jährige und der 21-Jährige erstachen ihre schwangere Bekannte Maria – offenbar aus reiner Mordlust. Nicolas K. wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt und muss außerdem in die Psychiatrie. Niko G. bekam eine lebenslange Haftstrafe. Bei ihm wurde auch eine besondere Schwere der Schuld festgestellt. Damit wäre eine Entlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Sein Pflichtverteidiger legte nun Revision gegen das Urteil ein.

Mord auf Usedom: Anwalt will schriftliche Urteilsbegründung abwarten

Auf RTL.de-Anfrage bestätigte der Anwalt René Neumeister, dass er Revision eingelegt habe. Warum, wolle er aber erst sagen, wenn die schriftliche Urteilsbegründung vom Gericht vorliegt. Das ist im Moment noch nicht der Fall. Das Gericht hat mehrere Wochen Zeit, das Urteil schriftlich zu begründen. Er habe das so mit seinem Mandanten besprochen, sagte er. Mehr könne er aktuell nicht dazu sagen.

Am Abend des 18. März 2019 trafen sich Nicolas K. und Niko G. zum Trinken. Irgendwann schlug K. vor, einen Menschen zu töten. Die Wahl fiel auf Maria K. Die beiden wussten, dass die schwangere 18-Jährige alleine zuhause war – ein leichtes Opfer.

Niko G. bestreitet, direkt am Mord von Maria K. beteiligt gewesen zu sein

Die beiden jungen Männer klingelten bei Maria. Nicolas K. gestand, sie in ihrer Wohnung mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Niko G. bestritt im Prozess an dem Mord beteiligt gewesen zu sein. Wegen der DNA-Spuren am Opfer geht das Gericht aber davon aus, dass er die junge Frau mindestens an den Beinen festgehalten haben muss. Er sei maßgeblich am Mord beteiligt gewesen, was für die Verurteilung ausreiche, entschied die Richterin.

Vor der Verkündung des Urteils hatte sich Niko G. an die Mutter des Opfers gewandt und sich dafür entschuldigt, nicht eingegriffen zu haben, als sein Freund Maria umbrachte. Wie sich die Angeklagten vor Gericht verhielten, zeigen wir im Video.