Hat der Mensch nichts aus der Corona-Krise gelernt?

Sie hätten lebendig gekocht werden sollen: Schuppentiere und Schildkröten von Wildtiermarkt gerettet

24. Februar 2021 - 16:49 Uhr

Abgetrennte Köpfe, gekochte Hunde

Ein toter Hund liegt in einem Bottich mit Brackwasser – er wurde bei lebendigem Leib gekocht. Abgetrennte Köpfe von Rehen und Waschbären liegen auf dem Boden. Auf einem anderen Tisch wird ein getötetes Krokodil geschuppt. Tierschützer der Organisation "WildatLife" filmten die grausamen Szenen auf dem Fischmarkt von Epe in Nigeria und schafften es, Tiere vor der Schlachtbank zu retten. Wir haben uns dazu entschlossen, im Video keine blutigen Details zu zeigen.

Ein Paradies für Viren

Zwei Schuppentiere und eine Schildkröte haben Glück gehabt: Sie entgingen ihrem Schicksal, auf dem Fischmarkt lebendig gekocht zu werden und wurden von "WildatLife"-Aktivisten gerettet. Es scheint, als hätte die Menschheit nichts aus der Corona-Pandemie gelernt. Noch immer erfreuen sich Wildtiermärkte vor allem in asiatischen Ländern ungebremster Beliebtheit. Hier kommen die exotischsten Tiere zueinander, die sich in freier Wildbahn niemals begegnen würden. Auch der Mensch gehört nicht in ihre unmittelbare Nähe. Wenn dann auf den Märkten noch geschlachtet wird, ist das für Viren ein wahres Fest, weil ideale Bedingungen geboten werden, um sich zu vermehren.

8.800 Kilo Wildtierschuppen beschlagnahmt

Nicht nur das Coronavirus ging aller Wahrscheinlichkeit nach auf einem Wildtiermarkt im chinesischen Wuhan auf den Menschen über. Auch andere Krankheiten wie SARS, MERS und die Vogelgrippe entstanden, weil die Menschen der Tierwelt den Lebensraum nehmen und die Tiere auf engstem Raum auf sogenannten Lebendtiermärkten zusammenpferchen.

Abgesehen vom Risiko einer weiteren Pandemie sind viele der dort angebotenen Tierarten gefährdet. "WildatLife" zufolge beschlagnahmte der nigerianische Zoll in nur einem Monat Löwenknochen und Wildtierschuppen im Wert von 952 Millionen Naira (circa 2 Millionen Euro) – das sind 162 Säcke voller Schuppen, die ein Gewicht von 8.800 kg auf die Waage bringen. Die Tierschützer versuchen, möglichst viele der Tiere vor einem grausamen Tod zu bewahren und fordern ein Verbot von Wildtiermärkten.