Schumi auf Pole-Kurs - China ist Mercedes-Land

Michael Schumacher kommt auf dem Shanghai International Circuit wie immer bestens zurecht.
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14. April 2012 - 9:27 Uhr

Michael Schumacher hat beim 2. Freien Training zum Großen Preis von China gezeigt, dass das Reich der Mitte Mercedes-Land ist. Der 43-Jährige fuhr auf dem Shanghai International Circuit in 1:35,973 Bestzeit vor McLaren-Pilot Lewis Hamilton (+ 0,172), der die erste Session dominiert hatte.

Sebastian Vettel (+ 0,187), der im ersten Durchgang bei Regen und starkem Smog nur den 7. Rang belegt hatte, kam auf dem mittlerweile getrockneten Asphalt wesentlich besser zurecht und landete im Red Bull auf Position 3 vor seinem Teamkollegen Mark Webber. "Es war ein ganz guter Tag für uns. Wir haben einige Sachen probiert und ich fühle mich soweit wohl im Auto. Das Qualifying wird auf jeden Fall eng. Ich denke aber, dass McLaren nach wie vor Favorit ist", sagte der Weltmeister.

Das dürften Mercedes & Co. anders sehen: Schumacher hatte schon mit dem 3. Platz im 1. Training durchblicken lassen, dass mit ihm zu rechnen ist. Wie alle anderen Fahrer stieg auch er auf weiche Reifen um, lieferte eine blitzsaubere Performance ab und untermauerte seine Ambitionen auf seine erste Pole Position seit 2006.

Vorteil Mercedes: Auf den langen Geraden profitieren die Silberpfeile vor allem durch den Luftschacht im Heckflügel. In den letzten Rennen konnten wir auf eine schnelle Runde mit der Spitze mithalten. "Somit sollte es auch nicht so unverständlich sein, dass wir an einem Freitag auf Platz eins stehen", sagte der Rekordweltmeister, der bei Mercedes einen klaren Aufwärtstrend erkennt. "Wir haben uns in bestimmten Bereichen verbessert, auch wenn wir noch nicht da sind, wo wir hinwollen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen. Wir müssen uns jetzt die Daten ansehen, um herauszufinden, wo wir stehen - für das Qualifying bin ich optimistisch", so Schumi weiter.

Auch Rennstall-Genosse Nico Rosberg (+ 0,644) zeigte nach Platz 2 in der ersten Session eine ordentliche Leistung und beanspruchte die fünftbeste Zeit für sich. Damit landete der 26-Jährige noch vor Jenson Button im McLaren. Mit Nico Hülkenberg (+ 1,218) fuhr ein weiterer deutscher Pilot in die Top Ten. Der Force-India-Pilot platzierte seinen Boliden auf Rang 9.

Pech hatte Timo Glock. Nach 11 Runden legte sich der 30-Jährige mit seinem Marussia ins Kiesbett und verlor dabei den Frontflügel. "Keine Ahnung, was passiert ist. Ich kam in der ersten Kurve an und das Auto fuhr einfach geradeaus weiter. Wir hatten einige neue Teile am Auto. Ich hoffe, dass die dabei nicht kaputt gegangen sind", sagte Glock, der zunächst über Boxenfunk über Schmerzen geklagt hatte. Anschließend gab er jedoch Entwarnung. "Mir geht es gut, kein Problem. Zuerst kam es mir so vor, als hätte ich Schmerzen in der linken Hand."

Schmerzen im Kopf dürfte hingegen vor allem Ferrari haben. Der WM-Führende Fernando Alonso hatte ebenso wie Teamkollege Felipe Massa Schwierigkeiten. Alonso wurde nur Zehnter, Massa landete sogar abgeschlagen auf Platz 17. Der Scuderia steht erneut ein schweres Rennwochenende ins Haus.