Steve Bannon unterrichtet

Schulung im Kloster: Hier lernen die Rechten aus ganz Europa den Trump-Trick!

21. Januar 2019 - 18:28 Uhr

Bannon will Europas rechte Parteien unterstützen

Ausgerechnet in einem ehemaligen Kloster zwei Autostunden vom Vatikan entfernt entsteht derzeit eine der größten rechtspopulistischen Lehranstalten der Welt. Hinter dem Projekt steckt Steve Bannon, der Ex-Chefideologe von Donald Trump. Nach seinem Zerwürfnis und Rauswurf will er jetzt nämlich Europas Rechtsparteien unterstützen – und auch selbst unterrichten. Wie das zur Lehranstalt umgewandelte Kloster von innen aussieht, zeigen wir im Video.

"Wir wollen den Wandel"

ARCHIV - US-Präsident Trumps Chefstratege Stephen Bannon, aufgenommen am 29.04.2017 in Harrisburg (USA). Der umstrittene Chefstratege Bannon verlässt Medienberichten zufolge das Weiße Haus. Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Trumps Ex-Chefstratege Steve Bannon
© dpa, Carolyn Kaster, CK wal abl

Jahrhunderte beteten die Mönche dort, jetzt wird das Kloster Trisulti zu einer Kaderschmiede für junge Rechtspopulisten. Bis zu 350 Menschen sollen hier unterrichtet werden. "Es begann mit dem Brexit in Großbritannien, ging mit Donald Trump in den USA weiter, und führte auch in Italien zum Erfolg", sagt Steve Bannon. "So muss es weitergehen: Mehrheiten wenden sich gegen das Establishment. Wir wollen wieder etwas zu sagen haben in unserem Ländern. Wir wollen den Wandel."

"Wir setzen auf Parteien wie die AfD"

Der Brite Benjamin Harnwell, ein großer Bannon-Anhänger, schmeißt für Bannon das Projekt. "Die Parteien des Establishments hören nicht auf das, was die Leute wirklich wollen. Deshalb werden sie alle abgewählt. Schauen Sie Sich die Flüchtlingskrise an! Wir setzen auf Parteien wie die AfD." Wie Bannon vertritt auch Harnwell strittige Positionen: Die Evolutionstheorie Darwins nennt er eine "monströse Philosophie", den Klimawandel sieht er - gelinde gesagt - skeptisch. Den Gedanken, das Leben könnte keinen göttlichen Ursprung haben, hält er für fürchterlich.

Anonyme Spender aus Europa und den USA finanzieren die Lehranstalt. Der einzig öffentlich bekannte Spender bislang ist Bannon. Laut Harnwell ist die Idee zu dem neuen Institut nach eine Rede von Bannon 2014 entstanden: Bannon warnte darin vor der Bedrohung durch einen "islamischen Faschismus" und kritisierte einen starken Staat. Zugleich drückte er seine Unterstützung für extrem rechte Parteien in Europa aus, lobte die traditionelle Ehe und verurteilte Abtreibungen.