Streik an Frankfurter Schulen

Schüler fordern strengere Corona-Regeln

Zwei Schülerinnen beim Streik in Frankfurt.
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30. November 2020 - 14:27 Uhr

Schulstreik für bessere Corona-Konzepte an Frankfurter Schulen

Schwer einzuhaltenden Abstandsregeln, überfüllte öffentliche Verkehrsmittel und Schulbusse werden von vielen Schülern als Gesundheitsrisiko gesehen. In Frankfurt am Main sind deswegen mehrere weiterführende Schulen in den Streik getreten. Rund 200 Schüler haben sich vor dem Gesundheitsamt versammelt, um gemeinsam zum Rathaus, dem Römer, zu ziehen.

Frankfurter Schüler fühlen sich im Unterricht nicht ausreichend geschützt

Die steigenden Corona-Zahlen in Hessen vergrößern dabei die Sorge vieler Schüler In einem Rundschreiben hatten der "StadtschülerInnenrat Frankfurt am Main" deshalb eine Verschärfung der Hygieneregeln an Schulen gefordert und zum Streik aufgerufen. Der Mindestabstand sei zurzeit an den meisten Schulen nicht einhaltbar, heißt es in dem Schreiben. Von Masken alleine würden sich die Schüler nicht genug geschützt fühlen.

Viele Corona-Infizierte? Hier lesen Sie, wie es in Ihrer Region aussieht.

Frankfurter Schülersprecher im RTL-Interview: Forderung nach Hybridunterricht

Andre Karavilovski, Schülersprecher des Riedberg-Gymnasiums in Frankfurt.
Andre Karavilovski, Schülersprecher des Riedberg-Gymnasiums in Frankfurt.
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6 von insgesamt 167 Frankfurter Schulen beteiligen sich an dem Streik. In einem RTL-Interview erzählt uns Andre Karavilovski, Schülersprecher des Riedberg-Gymnasiums: "Die Schüler fühlen sich in den Schulen nicht ausreichend geschützt, der Infektionsschutz ist viel zu gering". Einige hätten deswegen Angst, Risikopatienten in ihren Familien wie Großeltern, Eltern oder Geschwister, anzustecken. Karavilovski und seine Mitstreiter fordern den Wechsel auf Hybridunterricht, also ein Wechselmodell zwischen Präsenz-Unterricht und Homeschooling – eine Forderung, die landesweit schon länger im Gespräch ist. Außerdem wollen sie als Betroffene mehr in die Entscheidungen der Politik einbezogen werden.

So reagiert die Stadt Frankfurt auf die Forderungen der Schüler

Bezogen auf den angekündigten Streik äußerte sich zuständige Dezernat für Integration und Bildung schriftlich gegenüber RTL. Man nehme die Bedenken der 6 am Streik beteiligten Schülervertretungen. Gleichzeitig würden Forderungen laut werden, die in eine ganz andere Richtung gingen. "Wiederum andere wollen einen Mittelweg. Es ist ein schwieriger Abwägungsprozess den Gesundheitsschutz mit dem Recht auf Bildung in Einklang zu bringen", heißt es in dem Schreiben. Bezogen auf den Hybridunterricht heißt es seitens der Stadt, man habe im Frühjahr gesehen, dass "die Schüler:innen enorm viel verpassen und doch am Ende auch ihren Abschluss machen müssen." Man werde allerdings ein Wechselmodell einführen, wenn es "zur Sicherstellung des Gesundheitsschutzes unbedingt notwendig ist". Zurzeit würden das die Infektionszahlen aber nicht hergeben.