Linken-Chefin im „RTL/ntv Frühstart“

Katja Kipping fordert mehr Platz in den Schulen

03. August 2020 - 13:08 Uhr

Daumen drücken

Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern und alle drücken die Daumen. Denn die reale Corona-Gefahr ist im Regelunterricht ohne Mindestabstand schwer einzuschätzen. Die Vorsitzende der Linken, Katja Kipping, plädiert im "ntv Frühstart" für mehr Platz in den Klassen.

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Mehr Schutz für Lehrer und Schüler

Unter dem Eindruck des beginnenden Schuljahres in Mecklenburg-Vorpommern und dem weiterhin hohen Infektionsrisiko mit Corona hat Linken-Chefin Katja Kipping die Schulbehörden zu weiteren Schutzmaßnahmen aufgefordert. "Im Sinne des Infektionsschutzes brauchen wir jetzt in den Schulen Konzepte für eine stärkere Entzerrung", sagte Kipping in der Sendung "RTL/ntv Frühstart".

Schulschließung vermeiden

Kipping sieht in der räumlichen Organisation des Unterrichts noch Verbesserungsbedarf. Wertvolle Zeit sei nicht genutzt worden. "Die Politik hätte jetzt viel mehr die Sommerzeit nutzen müssen, um zu schauen, gibt es zusätzliche Räumlichkeiten, die man akquirieren kann?"

Für den Fall, dass es dennoch zu Corona-Infektionen an den Schulen kommt, wendet sich die Linken-Politikerin gegen die Schließung ganzer Einrichtungen. Vielmehr müssen sich die Lehrerkollegien darauf einstellen und einzelne Teams bilden. "Damit, wenn in einer Klasse etwas auftaucht, nicht die gesamte Schule geschlossen werden muss. Sondern, dass man eher schauen kann, den Teil zu reduzieren, wo die Gefahr des Austauschs des Virus besonders hoch ist."

Corona-Demos: Ein Treten nach unten

Kipping beobachtet die Corona-Demo vom vergangenen Sonnabend in Berlin mit Sorge. Sie erklärt sich die hohe Zahl an Teilnehmern auch durch organisierte Kräfte, nennt ausdrücklich "organisierte Nazistrukturen". Diese würden "andocken an einen Unmut der Menschen."

Doch auch dieser verbreitete Frust stößt auf Kippings Unverständnis. "Aber du kannst halt nicht gegen eine Krankheit demonstrieren." Hinzu kommt das vorsätzliche Weglassen der Schutzmasken. Das könne gelegentlich passieren, in diesem Fall wäre es ein bewusstes Statement gewesen. "Das ist ein Aufruf zu Rücksichtslosigkeit, und es ist sozial ein Treten nach unten." Denn laut Kipping sind vor allem sozial Schwache von der Corona-Epidemie besonders betroffen.

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