Schulmassaker in Parkland: Bekannte warnten das FBI vor Amokläufer Nikolas Cruz

Am Mittwoch erschien der Attentäter Nikolas Cruz erstmals für eine Anhörung vor Gericht.
Am Mittwoch erschien der Attentäter Nikolas Cruz erstmals für eine Anhörung vor Gericht.
© imago/ZUMA Press, Mike Stocker, imago stock&people

24. Februar 2018 - 17:55 Uhr

Behörden hatten zahlreiche Hinweise auf Gewaltpotenzial

Nach dem Massaker an der 'Marjory Stoneman Douglas High School' in Parkland (Florida), kommen immer mehr Details ans Licht, die das FBI massiv belasten. Die Behörden haben von Familienangehörigen, Freunden und Nachbarn über Jahre Hinweise auf den Amokläufer Nikolas Cruz bekommen. Der 19-Jährige sei mehrfach gewalttätig geworden, auf Facebook und Instagram posierte er mit Waffen und Munition.

"Ich weiß, er wird explodieren"

Schulmassaker in Parkland: Bekannte warnten das FBI vor Amokläufer Nikolas Cruz
Auf Instagram posierte der Amokläufer Nikolas Cruz mit Waffen - das FBI wusste davon und unternahm nichts.
© Instagram/Splash News

Schon vor seinem Amoklauf in Parkland war Nikolas Cruz durch Tierquälerei, Gewalt gegen die eigene Mutter und Schlägereien mit Gleichaltrigen auffällig geworden. Das FBI soll über viele dieser Vorfälle unterrichtet gewesen sein, meldet die 'New York Times'. Eine Bekannte von Cruz rief sogar bei der Behörde an und hinterließ in der Notrufzentrale eine erschreckende Nachricht. "Ich weiß, er wird explodieren", wird die Bekannte zitiert. Sie sorge sich, dass Cruz "eine Schule kurz und klein schießen" würde.

Selbst Lynda Cruz, die Adoptivmutter des Attentäters, meldete ihren Sohn mehrfach den Behörden. So habe er sie einmal gegen eine Wand geschleudert, nachdem sie ihm die Spielkonsole weggenommen habe. Nach dem Tod seiner Adoptivmutter verschlimmerte sich das Verhalten von Nikolas Cruz weiter. Einmal habe er selbst bei den Behörden angerufen. In einer "kindlichen", "aufgeregten" Stimme habe er gesagt: "Ich habe vor ein paar Wochen meine Mutter verloren, ich muss gerade eine ganze Menge verarbeiten."

Cruz postete Bilder von Waffen und toten Tieren

Ein Bild hochgeladen im Instagram Account von Nikolas Cruz, zeigt Waffen die auf einem Bett liegen. Cruz ist der Attentäter, der am 14.02.2018 in der Marjory Stoneman Douglas High School ein Blutbad anrichtete
Seine zahlreichen Waffen kaufte Nikolas Cruz von der Lebensversicherung seiner verstorbenen Adoptivmutter.
© dpa, -, afn pil

Nach dem Tod seiner Adoptivmutter kümmerte sich Rocxanne Deschamps, eine Freundin der Familie, um Nikolas Cruz. Deschamps zufolge habe Cruz im Haus gegen die Türen und Wände geschlagen und Gegenstände durch die Gegend geschmissen. Außerdem kam es zu einer Schlägerei zwischen Cruz und Deschamps' Sohn Rock (22). Während dieser Zeit habe sich Nikolas Cruz mit Waffen und Munition eingedeckt. "Es ist nicht das erste Mal, dass er jemandem eine Knarre an den Kopf hält", sagte Deschamps den Ermittlern nach einem besonders schlimmen Ausraster.

Weitere Hinweise auf das Gewaltpotenzial von Nikolas Cruz erhielt das FBI durch Posts auf Facebook und Instagram. Eine Frau wies die Ermittler auf Bilder von aufgeschlitzten Tieren und zahlreichen Schusswaffen hin, die Cruz von der Lebensversicherung seiner Adoptivmutter bezahlt haben soll. Ein weiterer Anrufer hatte die Bundespolizei darüber informiert, dass der 19-Jährige offen darüber sprach, jemanden töten zu wollen.

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FBI gesteht Fehler ein

14.02.2018, USA, Florida, Parkland: Mitarbeiter des FBI und Polizisten stehen in der Nähe der Marjory Stoneman Douglas High School, nachdem dort tödliche Schüsse gefallen sind. In Parkland im Bundesstaat Florida bringt ein 19-Jähriger am 14.02.2018 e
FBI-Beamte nach dem Amoklauf. Ein Untersuchungsausschuss beschäftigt sich jetzt mit den Versäumnissen der Behörde.
© dpa, Rmv, zeus pat

Das FBI hat Fehler im Umgang mit Nikolas Cruz eingeräumt und die Politik darüber unterrichtet. Das Repräsentantenhaus von Florida will die möglichen Versäumnisse nun in einem Untersuchungsausschuss aufarbeiten. Cruz erschoss an der 'Marjory Stoneman Douglas High School' in Parkland mit einer halbautomatischen Waffe 14 Schüler und drei Erwachsene. Er wurde später festgenommen und gestand die Tat.

In den USA wird seit dem Amokluaf wieder einmal über eine Verschärfung des Waffengesetzes diskutiert. Während die Waffenlobby NRA immer mehr in die Kritik gerät, sorgte US-Präsident Donald Trump mit einem Vorschlag für Wirbel, in Zukunft Lehrer zum Schutz der Schüler zu bewaffnen.