Schulfahndung: Lehrer helfen Polizei bei der Suche nach Pädophilen

Pädagogen sollen Missbrauchsopfer identifizieren

Im Kampf gegen Kindesmissbrauch bekommt die Polizei in Berlin und Brandenburg jetzt Unterstützung von 60.000 Lehrern. Die Pädagogen sollen den Beamten künftig bei der Fahndung nach Pädophilen helfen. Denn bevor diese überführt werden können, müssen erstmal die Kinderporno-Opfer identifiziert werden – und die erkennen Lehrer häufig eher als Polizeibeamte.

Auswertung von Kinderpornos mittels Schulfahndung

Stundenlang suchen Ermittler im Internet nach Täterhinweisen, indem sie unzählige Bilder und Videos auswerten, in denen Kinder missbraucht werden. Da sich die Täter auf den Aufnahmen meist verbergen, ist die Identifikation der Opfer oft der einzige Weg. Und hier soll die sogenannte Schulfahndung helfen.

"Das ist insbesondere in diesen Fällen wichtig, wo wir die Befürchtung haben, dass noch ein Missbrauch andauert und ein solches Opfer, das auf solchen Fotos oder auf dem Videomaterial zu erkennen ist, auch noch geschützt werden muss vor weiteren Taten", erklärt Sebastian Fiedler vom Bund deutscher Kriminalbeamter.

Suche nach Pädophilen belastet die Lehrer psychisch

Komplettes Missbrauchsmaterial müssen die Lehrer sich nicht anschauen. Ihnen werden lediglich Ausschnitte, Gesichter und Profile von möglichen Opfern gezeigt, um zu prüfen, ob sie einen ihrer Schüler erkennen. Dennoch ist das Thema Kindesmissbrauch für viele eine psychische Belastung. Die Lehrer entscheiden deshalb freiwillig, ob sie an dem Programm teilnehmen wollen oder nicht. In Hessen ist die Methode bereits sehr erfolgreich.