Kein Ende am 10. Januar

Spahn fordert längeren Lockdown

04. Januar 2021 - 8:24 Uhr

Minister: Infektionszahlen noch zu hoch

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, den bundesweiten Lockdown auch über den 10. Januar hinaus beizubehalten. "Angesichts der immer noch zu hohen Zahlen ist es notwendig, die Maßnahmen, die Einschränkungen, zu verlängern", sagte Spahn zu RTL.

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Kitas und Schulen: Spahn für weitere Schließungen

Auf den Intensivstationen habe man gerade einen Höchstwert an Corona-Patienten. Man müsse jetzt "unbedingt" das Infektionsgeschehen senken und für längere Zeit niedrig halten, so Spahn. "Das ist besser, als zu früh zu lockern und dann möglicherweise in einigen Wochen schon wieder vor möglichen schwierigen Fragen zu stehen."

Am kommenden Dienstag verhandeln Bund und Länder über die Zukunft der Lockdown-Maßnahmen. Dann werde darüber zu sprechen sein, für wie lange und in welchem Umfang sie verlängert werden müssten, sagte Spahn. Er hält auch eine weitere Schließung von Schulen und Kitas für richtig. Das sei für Schüler und Eltern zwar schwierig. "Aber auch da gilt: Es ist für alle leichter, jetzt eine Woche länger die Schulen zu zu haben, als sie aufzumachen und dann irgendwann in einigen Wochen wieder vor Debatten zu stehen." Es sei leichter, aus den Ferien heraus zu einer Verlängerung zu kommen als zu einem späteren Zeitpunkt.

Im Januar alle Pflegeheim-Bewohner impfen

Spahn versprach bei RTL, dass im Laufe des Januars alle Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen geimpft werden. "Dieses Ziel können wir im Januar erreichen. Und das wollen und werden wir auch mit den Ländern erreichen." Es mache einen "entscheidenden Unterschied im Pandemieverlauf", wenn das gelinge. In den Einrichtungen schlage das Virus besonders brutal zu.

Der Gesundheitsminister verteidigte außerdem das Tempo bei den Impfungen in Deutschland gegen die Kritik von SPD, Opposition und Medizinern. "Es läuft genauso, wie es geplant war." 1,3 Millionen Dosen Impfstoff seien bis Jahresende an die Bundesländer ausgeliefert wurden. Bis Ende Januar würden es dann insgesamt 4 Millionen Dosen von Biontech sein. Das seien genau die Mengen, die er seit Wochen angekündigt habe, "mit dem Hinweis, dass es am Anfang knapp sein würde und wir deshalb priorisieren müssen".

Das Impfen funktioniere "alles in allem auch gut". Es sei in den Pflegeeinrichtungen und Impfzentren gut vorbereitet worden. "Im Tun läuft alles wie es soll. Dass es natürlich schöner wäre, mehr Impfstoff zu haben, das steht außer Frage und genau darum bemühen wir uns." Die Bundesregierung spreche mit Biontech und dem Land Hessen darüber, wie man schon im Februar in Marburg eine zusätzliche Produktionsstätte schaffen könne.

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Impfstrategie: Viel Kritik am Gesundheitsminister

Zuletzt hatte Frauke Zipp, Neurologin und Mitglied der Leopoldina-Akademie, der Bundesregierung Versagen bei der Impfstrategie vorgeworfen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte, EU und Bundesregierung hätten zu wenig Impfstoff bei den Herstellern Biontech/Pfizer und Moderna bestellt: "Schon sehr früh war klar, dass der Moderna-Impfstoff sehr stark wirkt und in Hausarztpraxen verwendet werden könnte", sagte Lauterbach. Wegen der geringen bestellten Menge werde der Moderna-Impfstoff wohl auch bei einer zeitnahen Zulassung keine Rolle spielen. Die Bundesregierung rechnet damit, dass dieser Impfstoff am 6. Januar zugelassen wird.

Kritik an Spahn kommt auch aus anderen Teilen der SPD, von der FDP und der Linken. "Es muss aufgearbeitet werden, warum der Impfstoff zu knapp ist und wo geschlampt wurde", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Links-Fraktion, Jan Korte, der Deutschen Presse-Agentur. Spahn müsse auch erklären, wie die Kapazitäten schnellstens erhöht werden könnten.

Diskussion um Lockdown-Verlängerung

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, hatte sich für die Verlängerung der Kontaktbeschränkungen ausgesprochen.

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