Schule oder Kita wegen Corona geschlossen

So erhalten Eltern Entschädigung, wenn sie zu Hause bleiben müssen

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06. Januar 2021 - 9:02 Uhr

Corona-Hilfe für Eltern

Der Lockdown wird verlängert – und somit herrscht derzeit bei vielen Familien Alarmstufe Rot. Denn das bedeutet auch, dass die Schulen und Kitas wegen Corona geschlossen bleiben.

Nicht jedes Elternteil kann kurzfristig ins Homeoffice ausweichen. Und wer mit einem Kleinkind von zu Hause aus arbeiten muss weiß, dass dies nur schwer bis kaum möglich ist. Damit berufstätige Eltern ohne finanziellen Totalausfall ihre Kinder bei einem Lockdown selber betreuen können, gibt es Entschädigung vom Staat.

Was die Kultusminister zur Schulöffnung vorschlagen, haben wir übrigens hier für Sie zusammengefasst.

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Welche Voraussetzungen gibt es für eine Entschädigung?

Die Entschädigung richtet sich nach § 56 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Damit Eltern eine Entschädigung erhalten, wenn Schule oder Kita wegen Corona geschlossen wurden, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Die Betreuungseinrichtung oder Schule des Kindes wurde auf behördliche Anordnung geschlossen.
  • Es fallen keine gesetzlichen Feiertage oder Ferien der Schule bzw. der Betreuungseinrichtung in den Betreuungszeitraum, während derer die Einrichtungen ohnehin geschlossen gewesen wären.
  • Das Kind hat das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet oder benötigt besondere Hilfe (zum Beispiel aufgrund einer Behinderung).
  • Es gab keine Möglichkeit, eine alternative, zumutbare Betreuung des Kindes herzustellen (zum Beispiel durch ältere Geschwister oder eine Notbetreuung in der Schule oder Betreuungseinrichtung).
  • Der Antrag auf Entschädigung muss innerhalb von 12 Monaten nach Ende der Schließung bzw. Untersagung des Betretens der Schule oder Betreuungseinrichtung gestellt werden.

Wie hoch ist die Entschädigung?

Die Entschädigung beträgt 67 Prozent des Nettoeinkommens und ist auf einen monatlichen Höchstbetrag von 2.016 Euro begrenzt.

Das Infektionsschutzgesetz entschädigt den entstandenen Verdienstausfall. Wer zum Beispiel an einem Tag wegen der Betreuung des Kindes keine volle acht Stunden arbeiten kann, sondern nur vier Stunden, kann auch für die vier Stunden eine Entschädigung erhalten. Allerdings verliert man auch bei dieser Möglichkeit trotzdem einen ganzen Entschädigungstag.

Das zuständige Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat hat folgendes Rechenbeispiel:

Der Arbeitnehmer verdient monatlich 2.000 Euro brutto, hat eine Dreitagewoche und konnte aufgrund von Kinderbetreuung im April an sechs Tagen nur jeweils vormittags arbeiten (50 Prozent des Tages). Damit entfiel (gerundet) 23 Prozent seiner Arbeitszeit (entfallene Arbeitszeit = sechs halbe (drei ganze) Arbeitstage / (Drei Arbeitstage x 4,286 Wochen)). Der Verdienstausfall (brutto) beträgt somit 460 Euro (23 Prozent x 2.000 €). Der Arbeitnehmer verliert aber sechs seiner insgesamt 30 Entschädigungstage.

Wie lange erhalte ich eine Entschädigung?

Die Entschädigung wird im Fall von nicht alleinerziehenden Personen für bis zu 10 Wochen, im Fall von alleinerziehenden Personen bis zu 20 Wochen, gewährt. Der Maximalzeitraum von 10 bzw. 20 Wochen muss nicht an einem Stück ausgeschöpft werden, er kann auf mehrere Monate aufgeteilt werden.

Gibt es auch eine Entschädigung während der Ferienzeit?

Das Infektionsschutzgesetz sieht nur eine Entschädigung für die Zeiten vor, in denen die Kinder ansonsten in der Schule oder einer Betreuungseinrichtung gewesen wären. Das bedeutet: Bietet die Schule im Normalfall eine Ferienbetreuung an, muss aber wegen der Lockdown-Maßnahmen geschlossen bleiben, haben Eltern einen Anspruch auf Entschädigung.

Muss ich die Entschädigung beantragen?

Gute Nachrichten für alle Arbeitnehmer: Sie erhalten die Entschädigung direkt vom Arbeitgeber. Den Antrag auf Entschädigung muss der Arbeitgeber bei der zuständigen Behörde stellen. Das gilt auch für Selbständige.