Der Vorsitzende des Bundeselternrats bleibt optimistisch

Bundeselternrat: „Es wird keine flächendeckenden Schulschließungen geben“

15. Oktober 2020 - 13:24 Uhr

Jetzt Vorsorge treffen

Wachsende Infektionszahlen machen auch vor den Schulen nicht halt. Stephan Wassmuth, der Vorsitzende des Bundeselternrats, rechnet mit mehr Infektionen und Quarantänemaßnahmen an den Schulen. Die Kultusminister müssen jetzt reagieren. Wassmuth verlangt zudem eine bessere Abstimmung zwischen Schulen und Gesundheitsämtern.

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Die Lehrer verbreiten eher das Virus

Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth, rechnet mit einem größeren Infektionsgeschehen an den Schulen. Derzeit bildeten sich dort Kohorten von 180 Personen, die regelmäßig mit den gleichen Lehrern zu tun hätten. "Meistens sind es nicht die Schülerinnen und Schüler, die das verbreiten, sondern oft die Lehrer, die dann mit 180 Schülerinnen und Schülern zusammensitzen und dann natürlich auch extreme Ausbrüche hervorrufen", sagte Wassmuth in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv.

Unter dem Eindruck der steigenden Infektionszahlen rechnet Wassmuth mit Beeinträchtigungen im Schulbetrieb. "Wir werden überall Lockdowns kriegen, wenn auch nicht flächendeckend." Der oberste Bundeselternsprecher sagte aber auch: "Es wird sicherlich keine flächendeckenden Schulschließungen geben."

"Dürfen die Zeit nicht so verdaddeln, wie die letzten sieben Monate"

Dennoch müsse jetzt gehandelt werden. "Wir müssen hier fertige Konzepte hinbekommen und dürfen die Zeit nicht so verdaddeln, wie wir es die letzten sieben Monate gemacht haben. Das muss man leider so platt sagen." Es werde sicherlich viel gearbeitet in den Ministerien und bei den Schulträgern. "Aber es ist nicht das Ergebnis, was sie uns gerne gewünscht hätten."

Der Vorsitzende des Bundeselternrats wiederholte seine Forderung nach kleineren Lerngruppen und nach mehr Hybridunterricht. Dabei sollen Klassen geteilt werden, "ein Teil der Klasse ist vor Ort in Präsenz und der andere Teil der Klasse ist letztendlich über den Computer zugeschaltet."

Gesundheitsämter und Schulen besser vernetzen

Zusätzlich mahne Wassmuth eine bessere Abstimmung den Gesundheitsämtern an. Über Infektionen würden die Schulen teilweise zu spät informiert. "Da muss die Schulleitung mit dem Schulträger und dem Gesundheitsamt klare Absprachen haben. Und zwar nicht nur regional bedingt, sondern es muss auch landkreisübergreifend sein." Weiter sagte er: "Da muss es einheitliche Lösungen geben, wie die Meldestrukturen laufen und auch wie die Vorgaben für die Quarantäne auszusehen haben. Es kann nicht ein, dass das jeder Landkreis allein stemmen muss."

Die nächsten zehn Tage entscheiden

Die Kultusminister der Länder beraten heute und morgen auch über die Corona-Krise. Das KMK-Treffen wird mit Sicherheit unter dem Eindruck der gestrigen Tagung der Ministerpräsidenten der Bundesländer im Berliner Kanzleramt stattfinden.

"Wie die Kanzlerin sagt, die nächsten zehn Tage werden entscheidend sein", sagte Wassmuth im Gespräch mit RTL/ntv. "Ich hoffe, dass die KMK da wirklich richtige Beschlüsse fasst, sich einheitlich aufstellt. Und dann den Eltern und den Schülerinnen und Schülern und auch den Lehrkräften signalisiert, wir sind bei euch und wir denken an eure Gesundheitsvorsorge und wir helfen euch. Das vermisse ich da im Moment."

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