Schuldenkrise in Europa: Schwellenländer sagen IWF 50 Milliarden Euro zu

Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Schwellenländer haben dem IWF ihre Hilfe zugesagt.
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19. Juni 2012 - 12:36 Uhr

Frisches Geld zur Krisenabwehr

Der Internationale Währungsfond (IWF) bekommt zur Abwehr globaler Krisen unerwartete Hilfe: China, Indien und Russland haben beim G-20-Gipfel in Mexiko insgesamt knapp 50 Milliarden Euro zugesagt, um die Brandmauer für verschuldete EU-Staaten zu verstärken.

Ganz uneigennützig ist das Milliardenpaket aber nicht. Zum einen fürchten die drei wichtigsten Schwellenländer, dass die europäische Schuldenkrise die Weltwirtschaft bedrohen könnte, zum anderen fordern sie im Gegenzug mehr Mitspracherechte in internationalen Institutionen.

Deutschland steuert rund 44 Milliarden Euro bei

Insgesamt haben beim G-20-Gipfel zwölf Mitgliedsländer dem IWF neue bilaterale Kredite in Höhe von 357 Milliarden Euro zugesagt. Das teilte IWF-Chefin Christine Lagarde mit. Davon will allein China 34,1 Milliarden Euro beisteuern, Russland und Indien sagten jeweils fast acht Milliarden zu.

Damit erhöhte sich die Zahl der Länder, die frische Mittel beitragen, auf insgesamt 37. Der Schutzwall des IWF zur Krisenabwehr beträgt durch die neuen Zusagen 793 Milliarden Euro.

Erst Im Frühjahr hatten die IWF-Mitglieder 341 Milliarden Euro frisches Geld bereitgestellt. Knapp 150 Milliarden Euro davon schultern die Euro-Staaten. Deutschland steuert über die Bundesbank rund 41,5 Milliarden Euro bei.