Michael Wendler muss 1,1 Millionen Euro Steuern zurückzahlen

Schulden vor der Ehe: Was bedeutet das für den Partner?

Werden die Schulden vom Wendler nach der Hochzeit für Laura problematisch?
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve hjb

29. April 2020 - 16:11 Uhr

Muss Wendlers Laura bald in die Tasche greifen?

"In guten wie in schlechten Zeiten", heißt es bei der Hochzeit – aber was, wenn die schlechten Zeiten zumindest in finanzieller Hinsicht schon vorher da sind? Bekommt Laura Müller, "Let's Dance"-Kandidatin und Verlobte von Michael Wendler, etwa nach der Hochzeit die Hälfte seiner millionenschweren Schuldenlast ab? Was passiert, wenn einer der Partner Schulden in die Ehe mitbringt, weiß Rechtsanwalt für Familienrecht Dr. Jobst-Christian Kasten.

Bei Eheschließung keine automatische Übernahme von Schulden

Geldsorgen verursachen eine Menge Kopfzerbrechen und spielen sicherlich auch bei vielen Eheschließungen eine Rolle. Was viele aber nicht wissen: Nur weil man jemanden heiratet, übernimmt man nicht automatische einen Anteil seiner Schulden. "Vom Grundsatz her haftet jeder Ehegatte für Verbindlichkeiten selbst, die er mit in die Ehe gebracht hat. Die Schulden des einen Ehegatten werden damit nicht automatisch zu Eheschulden", erklärt Dr. Kasten auf seiner Website.

Ausschlaggebend sei allerdings die Wahl des sogenannten Güterstandes, also der Ordnung der vermögensrechtlichen Beziehungen von Ehegatten untereinander. Wird hier bei der Hochzeit nichts anderes festgelegt, handelt es sich um eine Zugewinngemeinschaft. Und in dieser liegen Schulden nach wie vor allein bei dem- oder derjenigen, der/die sie in die Ehe mitgebracht hat. Endet die Ehe allerdings durch Scheidung oder den Tod eines Partners, führen sie im sogenannten Zugewinnausgleich – bei dem geprüft wird, wem zum Schluss wie viel Vermögen zusteht - zu einem negativen Anfangsvermögen.

Nur in Gütergemeinschaft Haftung für Schulden des anderen

Auch, wenn eine Gütertrennung vereinbart wird, haften Ehegatten nicht für etwaige Schulden des Partners: "Die Gütertrennung hält die Vermögensmassen der Eheleute voneinander getrennt", so Dr. Kasten. Anders verhält es sich im Falle einer Gütergemeinschaft: Hier werden die jeweiligen Vermögensmassen verbunden – oder eben auch der Mangel an Vermögen: "In der Gütergemeinschaft kann es zu einer Haftung des Vermögens des einen Ehegatten für die vorehelichen Schulden des anderen Ehegatten kommen", stellt der Anwalt für Familienrecht klar.

Kein Ehevertrag nötig - aber getrennte Konten

Ein Extra-Ehevertrag, um nicht den Schuldenberg des anderen auf sich zu laden, muss also nicht abgeschlossen werden. "Solange Sie nicht ausdrücklich für die Schulden mitunterschrieben haben, haften Sie nach den gesetzlichen Regelungen nicht für Verbindlichkeiten Ihres Gatten – auch wenn manche Bankberater Ihnen das anders erklären", betont auch Rechtsanwältin Dr. Britta Beate Schön auf der Website "Finanztip". Dr. Kasten empfiehlt jedoch, in der Zugewinngemeinschaft oder Gütertrennung kein gemeinsames Konto zu führen, da Gläubiger des verschuldeten Partners in diesem Fall das Geld darauf pfänden können.