Wie weiter mit den Schulen?

Wutwelle größer als 3. Welle: Schul-Chaos, gibt’s einen Plan, Frau Ernst?

09. April 2021 - 17:52 Uhr

Keine langfristige Planung für Schulen möglich

Am Montag ist es so weit: Die Osterferien gehen auch in den letzten Bundesländern zu Ende. Die Schulen können spätestens jetzt wieder öffnen. Jedenfalls theoretisch. Modelle und Ideen gibt es viele. Mit Tests, Wechsel-Unterricht und Hygieneregeln sollen die Schüler wieder in der Klasse sitzen können. Was sagt die Chefin der Kultusminister-Konferenz Britta Ernst zum weiteren Vorgehen?

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Testen, testen, testen

ARCHIV - 04.08.2020, Brandenburg, Potsdam: Britta Ernst (SPD), Brandenburger Ministerin für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg. Alle Schüler sollen nach den Worten der Präsidentin der Kultusministerkonferenz noch im März wieder in die Schule ge
Britta Ernst - Alle Schüler sollen noch im März zur Schule
© dpa, Soeren Stache, soe;hkb fdt

Für den wichtigsten Baustein für einen regelmäßigen Schulbetrieb hält Britta Ernst, Chefin der Kultusminister-Konferenz, eine umfassende Teststrategie, sagt sie im RTL-Interview. Die Schulen würden mit ausreichenden Selbsttests für Schüler und Lehrer ausgestattet. Bisherige Lieferprobleme der Tests würden sich nun einpendeln. Vor allem die Lehrer sollen helfen, das Testen der Kinder an den Schulen voranzubringen. Einen weiteren wichtigen Aspekt sieht Ernst an der Ausweitung der Impfangebote für das Schulpersonal. Denn mit geimpften Lehrern und regelmäßigen Tests, sei ein sicherer Rahmen für den Schulbetrieb geschaffen.

Zukunft weiterhin aber ungewiss

Langfristige Planung sei aber auf Grund des aktuellen Infektionsgeschehens nicht möglich: "Die Pandemie erlaubt es nicht, lange vorausschauende Entscheidungen zu treffen", so Ernst. Man versuche aber alles, um Schulen so lange wie möglich offen zu halten. Denn: Studien würden vor negativen psychosozialen Folgen für Kinder warnen. Deshalb fordert Ernst, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten und nach einem möglichen Lockdown so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Bund und Länder beraten derzeit über einen harten Lockdown. Wie die Schulen davon betroffen sein werden, ist noch nicht bekannt.

Schul-Chaos, weil Bildung ist Ländersache ist

Jedes Bundesland entscheidet darüber, wie mit den Schulen umgegangen wird. Deshalb ist keine bundesweite Lösung für alle Schulen möglich. Die Länder seien sich aber in den meisten Punkten einig und man liege sehr nah beieinander. Konkrete Einigungen gab es bei den Abiturprüfungen. Die finden überall statt und sollen mit mehr Zeit und Auswahlmöglichkeiten bei den Prüfungsaufgaben vergleichbar mit den vergangenen Abschlüssen sein.

Münchner Mutter reichen Maßnahmen nicht

Vor kurzem schrieb eine Mutter von drei Kindern einen Brandbrief an Ministerpräsident Markus Söder. Darin schildert sie die großen Probleme und Ängste, die mit der aktuellen Schulpolitik einhergehen. Viele Familien fühlen sich überfordert und wissen nicht mehr weiter.

Mit den Ergebnissen aus der Kultusministerkonferenz ist die 42-Jährige nicht zufrieden. "Es müssten professionelle Leute an den Schulen sein, die einfach jeden Tag da testen", sagt Turbanisch. Einmal die Woche ist der Münchnerin zu wenig, denn das gewährleistet keine ausreichende Sicherheit.

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