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Schütze von Memminger Schule gefasst

Schütze von Memminger Schule gefasst

Das SEK versucht zu deeskalieren.
Das Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei versuchte die Lage am Sportplatz zu beruhigen.
dpa, Tobias Kleinschmidt

Bewaffneter Achtklässler hielt die Polizei in Atem

Er hantierte an seiner Schule mit zwei vermutlich scharfen Waffen und gab einen Schuss ab, dann lieferte er sich eine dramatische Jagd mit der Polizei: Ein 14-Jähriger hat die Menschen im bayerischen Memmingen in Atem gehalten. Nach mehrstündigen Verhandlungen konnten Polizisten den Achtklässler auf einem Sportplatz stellen und festnehmen. Verletzt wurde niemand.

Drei Schüler hätten den Achtklässler mittags am Eingang des Gebäudes mit Waffen in der Hand gesehen und den Schuss gehört. Danach flüchteten die etwa 280 Schüler sofort mit den Lehrern in die Klassenzimmer und verschanzten sich darin. Mit mehrmaligen Lautsprecherdurchsagen wurden sie aufgefordert, die Räume nicht zu verlassen. Laut ersten Aussagen von Mitschülern hatte es zwischen dem Jugendlichen und Mitschülern vor dem Schuss einen Streit gegeben.

Ein Lehrer alarmierte die Polizei. Hubschrauber überflogen das Gelände. Die Schule wurde von Spezialeinheiten durchsucht. Als sich herausstellte, dass der Schütze nicht im Gebäude ist, wurden die Schüler aus der Schule und mit Bussen an einen Sammelplatz gebracht, wo viele von ihren Eltern abgeholt wurden. Die Kinder und Jugendlichen wurden psychologisch betreut.

Ein Großaufgebot von Polizisten mit Hunden und Hubschraubern entdeckte den Jugendlichen dann auf dem Sportplatz. Der 14-Jährige gab trotz der ausweglosen Lage zunächst nicht auf. Eine Verhandlungsgruppe der Polizei nahm Gespräche mit ihm auf. Dennoch feuerte der Jugendliche immer wieder Schüsse ab, wie ein Polizeisprecher berichtete. Nach Augenzeugenberichten gab der Junge aber schließlich doch auf.

Jugendlicher hielt sich mehrfach Waffe an den Kopf

In dem Sportheim auf dem Gelände hielt sich auch noch eine Gruppe von etwa 15 Kindern und Erwachsenen auf. Sie war aber nach Angaben des Polizeisprechers in Sicherheit. Er bestätigte, dass der 14-Jährige mehrfach geschossen habe, "aber nicht gezielt auf Polizisten". Wie Augenzeugen berichteten, verschanzten sich Polizisten hinter einem Holzstapel. Augenzeugen berichteten auch, dass der Jugendliche sich öfter eine seiner vermutlich zwei Waffen an den Kopf hielt.

Laut Bayerischem Rundfunk könnten die Waffen seinem Vater gehören, eine Bestätigung dafür gab es nicht. "Wir ermitteln jetzt im Umfeld des Jungen, bei Freunden und der Familie", sagte ein Polizeisprecher. Die betroffene Lindenschule ist eine Grund- und Hauptschule.