Terror in Hanau

Todesschütze suchte Hilfe bei Mentalcoach

Tobias R. erschoss in Hanau zehn Menschen und sich selbst.
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20. Februar 2020 - 21:31 Uhr

Mailkontakt zu österreichischem Mentalexperten Bernd Gloggnitzer

Tobias R., der beim Terroranschlag in Hanau zehn Menschen und sich selbst erschoss, hat vor wenigen Monaten Hilfe bei einem österreichischen Mentaltrainer gesucht. In der "Kronenzeitung" berichtet Bernd Gloggnitzer, der im niederösterreichischen Ternitz ein Institut namens "Remote Viewing School" betreibt, vom Mailverkehr mit dem späteren Todesschützen.

"Nicht alle Tassen im Schrank"

Offenbar habe sich Tobias R. von Gloggnitzer parapsychologische Hilfe erhofft, berichtet das Blatt. Der Mentalexperte erinnert sich, dass er schon bei der ersten E-Mail von R. im Dezember 2019 skeptisch war. "Ich bekomme öfters Anfragen von Spinnern. Herr R. schrieb mir, dass sich ein Privatdetektiv bei ihm gemeldet habe und dieser hätte mich empfohlen", erzählt der Niederösterreicher. Er habe schnell gemerkt, dass der 43-Jährige "nicht alle Tassen im Schrank hat".

Tobias R. schrieb über Verschwörungstheorien und Geheimdienste

Nachdem Gloggnitzer die erste E-Mail ignoriert hatte, meldete sich Tobias R. erneut. "Ich teilte ihm mit, dass ich ihm nicht helfen kann", erklärt der Mentalcoach. "Dann schickte er mir noch eine 19 Seiten lange Strafanzeige, in der es um Verschwörungstheorien und Geheimdienste ging."

Insgesamt vier Mails schrieb R. laut "noen.at" an Gloggnitzer – die letzte am 6. Januar. "Seitdem habe ich zum Glück nichts mehr gehört", sagt der 37-Jährige. Bis ihn am Donnerstagmorgen die Nachricht vom Anschlag in Hanau erreichte.

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