Schüsse auf Flüchtlingsheim bei Leipzig

Schüsse auf Flüchtlingsheim bei Leipzig
Rechtsextreme Angriffe auf Flüchtlingsheim haben sich in letzter Zeit zugenommen.
dpa, Oliver Killig

150 Asylanten im Heim untergebracht

Auf ein Flüchtlingsheim in Böhlen bei Leipzig ist am vergangenen Wochenende geschossen worden - gleich in zwei Nächten hintereinander. Eine Fensterscheibe und Teile der Fassadenverglasung gingen zu Bruch. Verletzt wurde niemand, wie ein Sprecher der Polizei Leipzig sagte.

Das Heim ist in einem Hotel untergebracht, das von einem Ex-Funktionär der rechten Republikaner betrieben wird. In dem Objekt sind rund 150 Asylsuchende untergebracht, berichtet die MDR. Die Betreiber des Heims wollten sich zu dem Vorfall zunächst nicht äußern. Die Polizeizentrale für Extremismusbekämpfung (Operatives Abwehrzentrum/OAZ) hat die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung übernommen. Die Angreifer seien noch unbekannt.

"Wieder wird in Sachsen eine neue, erschreckende Stufe der Gewalt gegen Geflüchtete erreicht", sagte die migrationspolitische Sprecherin der Linken im Landtag, Juliane Nagel. Mit dem Angriff auf das Hotel sei bewusst in Kauf genommen worden, dass Menschen verletzt oder gar getötet werden.

In den vergangenen Monaten waren in Sachsen - aber auch bundesweit - wiederholt Flüchtlingsheime attackiert worden. Ende Juni etwa hatte es einen Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Meißen gegeben. Verletzt wurde niemand, das Gebäude war noch unbewohnt. In der Nacht zum 3. Juni war ein Brandsatz auf eine Flüchtlingsunterkunft in Hoyerswerda geworfen worden. Drei junge Männer haben diese Tat gestanden. Sie gaben an, dass sie ein Zeichen gegen starke Zuwanderung hätten setzen wollen, wie die Polizei mitgeteilt hatte.